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Ölsaaten

Winterraps: Was gegen Kohlfliege und Erdfloh zu tun ist

von , am
22.07.2015

Neonicotinoide ade. Auch für die kommende Rapsaussaat stehen keine insektizide Beizen zur Verfügung. Deshalb gilt es, der kleinen Kohlfliege und dem Rapserdfloh mit ackerbaulichen Maßnahmen beizukommen.

Zur Bekämpfung der Kleinen Kohlfliege (Delia radicum) sind keine neonicotinoiden Beizungen mehr zugelassen. © Mühlhausen/landpixel
Anträge auf Ausnahmegenehmigungen wie auch für andere EU-Länder gestellt, wurden für Deutschland bereits abgelehnt. Damit bleibt der Einsatz von insektizid gebeiztem Rapssaatgut in Deutschland verboten, wie das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in einer aktuellen Empfehlung berichtet.
 
Um das Schadausmaß der Kleinen Kohlfliege etwas zu begrenzen, werden folgende Maßnahmen empfohlen:
  • Frühsaaten vermeiden, da große und vitale Pflanzen bevorzugt angeflogen und für die Eiablage genutzt werden.

  • Auf Dünnsaaten verzichten. Für normale Saattermine werden Saatstärken von 40 bis 50 Körner/m² empfohlen.

  • Mechanische Stoppelbearbeitung auf Altrapsflächen kurz vor der Rapsaussaat, da der frisch auflaufende Ausfallraps eine Lockwirkung für die Kohlfliege besitzen und von den Neusaaten ablenken kann.

Rapserdfloh: Erstmal Gelbfallen aufstellen

Um die Einwanderung der Käfer vom Rapserdfloh in die Bestände überwachen zu können, wird das Aufstellen von Gelbschalen dringend empfohlen. Hier kann nach dem Erreichen des Bekämpfungsrichtwertes ein entsprechendes Insektizid angewendet werden.
 
Gegenpilzliche Schaderreger können Beizen mit den Wirkstoffen Thiram und Dimethomorph angewendet werden, wie das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie schreibt. Der Wirkstoff Thiram sichere den Feldaufgang und schütze vor dem Komplex der Auflaufkrankheiten (Wurzelbrand).
 
Der Wirkstoff Dimethomorph (DMM) reduziere den Keimblattbefall mit Falschem Mehltau. Außerdem werde das Keimblattwachstum stimuliert, so dass die Keimblätter größer sind und deutlich länger grün bleiben. Die Jugendentwicklung werde beschleunigt und damit die kritische Phase schneller durchlaufen. Deshalb sei der Einsatz von DMM besonders für Spätsaaten geeignet. Bei der Aussaat sind laut LfULG Sachsen die entsprechenden Auflagen einzuhalten.

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