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Unkrautbekämpfung

Winterraps: Was tun gegen Ackerfuchsschwanz und Ausfallgetreide?

Nicht alle Rapsherbizide und Fungizide sind untereinander mischbar. Aufgrund der Niederschläge werden die Gräser jetzt stärker auflaufen.
am Montag, 26.09.2022 - 09:58 (Jetzt kommentieren)

Die Kälte bremst den Raps; gleichzeitig läuft mit dem Regen der Ackerfuchsschwanz auf und die Schnecken vermehren sich. Welche Herbizide lassen sich einsetzen und wie sind sie mischbar?

Der Winterraps entwickelt sich aktuell oft uneinheitlich. Aufgrund der kühlen Temperaturen ist er verzettelt aufgelaufen und die Bestände präsentieren sich derzeit heterogen.

Zudem ist in vielen Schlägen ein hoher Besatz an Ausfallgetreide zu beobachten, wie Bernd Weger vom Landwirtschaftsamt Kupferzell berichtet. Der Pflanzenschutzberater aus dem nördlichen Baden-Württemberg fasst zusammen, welche Strategien sich jetzt gegen Ackerfuchsschwanz und Rapsschädlinge empfehlen.

Ausfallgetreide? Optimaler Zeitpunkt für Gräserherbizide erreicht

Wo Herbizide gegen Gräser bereits angewendet wurden, hat deren Wirkung nur sehr langsam eingesetzt. Mittlerweile ist die aufgrund der Trockenheit ausgebildete Wachsschicht aber kein Hindernis mehr.

Sobald die Felder befahrbar sind und der Wind es zulässt, können Sie die derzeit günstigen Bedingungen mit geringen Wachsschichten ausnutzen, um Gräserherbizide gegen Ausfallgetreide auszubringen. Blattherbizide sollten am besten frühmorgens gespritzt werden, wie es bei Zuckerrüben der Standard ist. Das gilt vor allem bei Trockenheit.

Ackerfuchsschwanz muss das 2- bis 3-Blatt-Stadium erreichen

Bislang ist nur wenig Ackerfuchsschwanz aufgelaufen. Das wird sich aufgrund der letzten Niederschläge jetzt ändern. Wo Ackerfuchsschwanz stärker auftritt oder die Pflanzen schon größer sind (mindestens 2- bis 3-Blatt-Stadium), empfiehlt Berater Weger DIMs wie Select 240 EC. Im Keimblattstadium des Ackerfuchsschwanzes ist eine Behandlung noch zu früh.

Warten Sie auf Ackerfuchsschwanz-Problemstandorten noch. Hier empfiehlt es sich auf Kerb Flo zurückzugreifen, aber damit mindestens bis November abzuwarten. Notwendig sind Bodentemperaturen dauerhaft unter 10 °C, damit das Herbizid gut wirkt.

Rapsherbizide, Graminizide und Wachstumsregler: Was darf gemischt werden?

Anja Brugger, Pflanzenschutzberaterin beim Landwirtschaftsamt Ludwigsburg, weist darauf hin, dass das Herbizid Fox nicht mit Fungiziden oder Graminiziden kombiniert werden darf. Es sind 5 bis 7 Tage Abstand zu halten.

Das Nachauflaufherbizid Belkar lässt sich nur mit Folicur, Toprex oder Tilmor mischen. Halten Sie zum Einsatz anderer Fungizide und Graminizide 7 Tage Abstand ein. Für Ausnahmen ist die Gebrauchsanweisung zu beachten.

Metconazol-haltige Wachstumsregler wie beispielsweise Carax empfiehlt Beraterin Brugger im Herbst nicht, wenn Belkar angewendet wird.

Rapserdfloh: Unbedingt an die Bekämpfungsschwellen halten

Teilweise sind bereits Fraßschäden durch den Rapserdfloh sichtbar, berichtet der Pflanzenschutzberater aus dem Hohenlohekreis. Dort ist die Schadensschwelle von 10 Prozent Lochfraß bisher aber nur auf wenigen Schlägen erreicht.

Der Rapserdfloh liebt Wärme. Die derzeit kühlen Temperaturen hemmen seine Entwicklung. Kontrollieren Sie Ihre Bestände regelmäßig und setzen Sie (erst) bei Überschreiten der Bekämpfungsschwelle ein Pyrethroid ein.

Schnecken: Mit Brettern oder Säcken beobachten

Die aktuell feuchten Bedingungen fördern auch Schnecken. Kontrollieren Sie Ihre Bestände deshalb auch auf diese Schädlinge und legen zum Monitoring gegebenenfalls Bretter, Säcke oder Folien aus. Schneckenkorn, das schon vor dem Regen ausgebracht wurde, dürfte jetzt nicht mehr wirksam sein.

In einem aktuellen Beitrag zur Schneckenbekämpfung im Raps fassen wir zusammen, welche Mittel derzeit zugelassen sind und empfohlen werden.

Mit Material von Bernd Weger, Landwirtschaftsamt Kupferzell und Anja Brugger, Landwirtschaftsamt Ludwigsburg
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