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Ratgeber: Darauf kommt es beim Silieren an

von , am
20.04.2015

Siliermittel sind eine Versicherung, die sich meist rentiert. Bei der richtigen Anwendung wird der bakterielle Verderb verhindert. Welche Faktoren dabei zu berücksichtigen sind, erfahren sie in unserem Ratgeber.

Siliermittel sichern die Futterqualität der Silagen. © Groß/Auerbach
Siliermittel dienen der Konservierung durch Milchsäure und helfen damit, Fehlgärungen zu verhindern. Außerdem vermindern sie die Nacherwärmung nach dem Öffnen der Silos.
Auf diese Weise erhöhen sie die Stabilität der Silagen. Die Qualität wird durch den Zuckergehalt, die puffernden Substanzen - vor allem Rohasche und Nitrat und den Besatz des Silierguts mit Clostridien, Hefen und Schimmelpilzen beeinflusst.

Probleme beim Silieren

Der bakterielle Verderb durch buttersäurebildende Clostridien während des Luftabschlusses führt zu hohen Trockensubstanzverlusten. Auch die Zusammensetzung des Rohproteins verändert sich. Eine weitere Gefahr ist die Bildung von biogenen Amine, wie zum Beispiel Histamin oder Cadaverin. Das kann zu Erkrankungen der Tiere führen.

Typen von Siliermitteln

Es gibt mehr als 100 verschiedene Siliermittel. Manche weisen die gleiche Zusammensetzung auf, werden aber unter verschiedenen Produktnamen verkauft. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Mitteln, die die Milchsäurebildung fördern, und solchen, die Nacherwärmungen verzögern oder unterbinden.

Clostridien wirksam unterdrücken

Vor allem in Silagen aus Gras, Leguminosen und Gemischen gilt es, den pH-Wert möglichst schnell und tief abzusenken. Damit lassen sich Clostridien wirksam unterdrücken. Auch Ganzpflanzensilagen sind zu behandeln. Dies geschieht am wirkungsvollsten durch Siliermittel, die nur homofermentative Milchsäurebakterien (hoMSB) enthalten.

Das hilft bei Nacherwärmung

Abhilfe schaffen neben einem ausreichenden Vorschub Siliermittel mit nachgewiesener Wirkung gegen Hefen und Schimmelpilze. Homofermentative Milchsäurebakterien eignen sich nicht, weil sie die Neigung zur Nacherwärmung noch erhöhen. Daher wird empfohlen, heterofermentative Milchsäurebakterien (heMSB) zu verwenden.
 
Als Wirkstoffe werden Kaliumsorbat, Natriumbenzoat und die Salze der Propionsäure, wie Calcium- oder Natriumpropionat verwendet. Chemische Wirkstoffe sind die einzige Option, um Nebenprodukte wie Zuckerrübenpressschnitzel, Biertreber oder Schlempe zu stabilisieren.

Kombinationsprodukte einsetzen

Der Einsatz von Kombinationspräparaten ist aus fachlicher Sicht bei Silagen aus Gras, Leguminosen und Mischungen sowie bei Ganzpflanzensilagen empfehlenswert. Bei Mais und Maiskolbenprodukten ist der Einsatz homofermentativer Milchsäurebakterien oder chemischer Substanzen gegen Clostridien nicht nötig.
 
Diese Tipps gaben Ihnen Prof. Dr. Manfred Hoffmann, LKV Sachsen und Dr. Horst Auerbach, Fütterungsberater.
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