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Wie reagieren die Märkte auf den neuen USDA-Report?

© Tobias Marx/aboutpixel
von , am
19.09.2013

Vor einigen Tagen wurde der USDA-Report aktualisiert. Für Überraschung hat die Korrektur der US-Maisernte nach oben gesorgt. Das hat Auswirkungen auf die Entwicklung der übrigen Getreidepreise.

© Mühlhausen/landpixel
Der Monatsreport des US-Landwirtschaftsministeriums hat großen Einfluss auf die globalen Getreide- und Ölsaatenmärkte. Vor wenigen Tagen wurden die wichtigsten Eckdaten aktualisiert. Dabei wurden die Erwartungen zwar überwiegend erfüllt - aber es hat trotzdem einige Überraschungen gegeben. Wie groß die Abweichungen von den Erwartungen sind, kann man an den Preisausschlägen der Terminmärkte ablesen. Allerdings brauchen die Märkte meist einige Zeit um die neuen Daten wirklich zu verdauen und dann eine neue oder aber die alte Richtung einzuschlagen.

Mais: US-Ernte nach oben korrigiert

Am Maismarkt hatten die Analysten im Vorfeld des USDA-Reports eine Korrektur der US-Maisernte nach unten erwartet. Grund waren Trockenheit und Hitze im Mittelwesen. Das USDA setzte jedoch die Maisernte beim größten Produzenten und Exporteur USA nach oben und bestätigt damit auch die globale Rekordernte bei Mais.
 
Die Folge war ein weiterer kräftiger Preisrutsch der auch vor den Maispreisen in Europa nicht halt machte - obwohl die Maisernte weder in Deutschland noch in Europa rekordverdächtig wird. Derzeit beträgt der Preisabstand in Europa zwischen alter und neuer Ernte 40 bis 50 Euro pro Tonne.

Weizen: Globale Ernte wurde angehoben

Bei Weizen hat das USDA nicht nur die globale Rekordernte bestätigt - sondern die erwartete Produktion wurde sogar noch einmal auf die neue Rekordmarke von 709 Millionen Tonnen (Mio. t) nach oben geschraubt. Grund für die aktuelle Korrektur waren diesmal die noch größeren Ernten in der EU und in Kanada und in der Ukraine.
 
Allerdings steigt der globale Verbrauch von Weizen ebenfalls auf einen neuen Rekordwert an und erreicht mit 706 Mio. t fast die Produktion. Damit bleibt die Bilanz trotz Rekordernte sehr eng und stützt die Preise.
 
Erheblichen Einfluss auf die Preisentwicklung hat weiterhin die Größe der globalen Maisernte. Diese beeinflusst über die Futtergetreide-Märkte ganz entscheidend die Höhe und die weitere Entwicklung der Weizenpreise. Dies lässt sich schon seit einigen Wochen beobachten.
 
Ganz entscheidend ist im laufenden Jahr allerdings der sehr strake Export der sowohl in Europa als auch die USA die Preise stützt. Der europäische Export liegt bereits in den ersten elf Wochen des neuen Wirtschaftsjahres bei 5,2 Mio. t und ist damit dopellt so hoch wie im letzen Jahr. Allein Deutschland hat 1,5 Mio. t Weizen in Drittländern exportiert und damit ebenso viel wie Frankreich. Das stützt die Preise auch bislang erheblich. Ohne die starken deutschen und europäischen Exporte wäre der Druck auf die Weizenpreis sicher erheblich stärker.

Soja: US-Sojaernte nach unten gesetzt

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Neue Erkenntnisse konnten auch für den Sojamarkt gewonnen. Dort hat das USDA die Sojaernte in den USA nach unten gesetzt. Grund sind die dortige Hitze und Trockenheit. Damit geht auch das Exportpotential der Amerikaner zurück und die Versorgung wird wohl bis zur neuen Ernte in Südamerika noch knapper werden als bislang gedacht.
 
Anderseits wollen die Farmer in Südamerika den Anbau von Soja nochmals deutlich ausweiten. Das hat zwar erhebliche Auswirkungen auf das globale Angebot. Allerdings beginnt die Aussaat für die neue die Sojaernte in Südamerika erst im Herbst du die Haupt-Ernte erfolgt nicht vor dem nächsten Frühjahr. Da kann das Wetter noch viele Kapriolen schlagen und die Unsicherheiten sind entsprechend groß.
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