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Regen bremst Getreideernte aus

© landpixel
von , am
18.07.2012

Berlin - Die deutschen Landwirte starten unter schwierigen Witterungsbedingungen in die Getreideernte. Die immer wiederkehrenden Niederschläge haben die Erntearbeiten zurzeit unterbrochen.

Jetzt drohen den Landwirten Ernteverluste durch vermehrte Lagerbildung in der Gerste. © Mühlhausen/landpixel
Die deutschen Bauern warten angespannt auf gutes Erntewetter, denn die Wintergerstenbestände sind erntereif. Doch durch die wiederholten Regenfälle ist vielerorts die Befahrbarkeit der Flächen nicht mehr gegeben. Auch Hagelschäden sind in Sachsen und Brandenburg bereits aufgetreten. Für einen Fortgang der Ernte sind mehrere trockene Tage dringend erforderlich.
 
 
 
Angesichts der nach wie vor unbeständigen Wetteraussichten mehren sich die Sorgen der Landwirte, zusätzliche Verluste durch ein Abknicken der Ähren, durch Lagergetreide und durch Qualitätsverluste beim Weizen hinnehmen zu müssen, stellt der Deutsche Bauernverband in seinem 1. Erntebericht fest. Die in 14-tägigem Abstand erscheinenden Ernteberichte des DBV basieren auf Umfragen unter den Landesbauernverbänden und den tatsächlich geernteten Mengen.

Unterdurchschnittliche Gerstenernte

Die Wintergerste ist erntereif. Nennenswerte Flächenanteile konnten bisher lediglich in Baden, Bayern und in den östlichen Bundesländern geerntet werden. In den westlichen Regionen, vor allem im Rheinland und in Rheinland-Pfalz sind die Gerstenbestände vielfach reif, können jedoch aufgrund immer wieder auftretender Regenfälle nicht geerntet werden. Die wenigen Ernteergebnisse lassen zurzeit noch keine gesicherte Ernteeinschätzung zu, bestätigen jedoch die Prognose einer unterdurchschnittlichen Ernte auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Die Erzeugerpreise bewegen sich derzeit im Bereich von 210 bis 230 Euro pro Tonne.
 

Zwölf Prozent weniger Winterweizen durch Auswinterung

Im Durchschnitt der vergangenen Jahre wurde in Deutschland auf 3,1 Millionen Hektar Winterweizen angebaut. Die Anbaufläche zur diesjährigen Ernte liegt mit knapp 2,9 Millionen Hektar gegenüber der Herbstaussaatfläche wegen der Auswinterungsverluste um zwölf Prozent reduziert. Vor allem Hessen und Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Ost-Deutschland sind betroffen. Durch die kühle und feuchte Witterung der vergangenen Wochen konnte Winterweizen bisher noch nicht geerntet werden.

Schlechte Aussaatbedingung reduzieren Rapsanbaufläche

Auch die Rapsernte hat noch nicht begonnen. Die Anbaufläche liegt mit 1,3 Millionen Hektar in etwa auf dem recht niedrigen Vorjahresniveau (langjähriger Durchschnitt 1,43 Millionen Hektar). Hintergrund dieser erneut kleineren Rapsanbaufläche sind weniger Verluste durch Auswinterungen, sondern die zu nassen Aussaatbedingungen im vergangenen Herbst. Da hiervon die wichtigen deutschen Rapsanbaugebiete Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein besonders stark betroffen waren, konnte Winterraps nicht im gewünschten Ausmaß gedrillt werden. Der DBV erwartet eine Ernte leicht über dem Vorjahresergebnis.
 
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