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Reis/USDA: Ausreichende Versorgung - stabile Preise

von , am
14.08.2012

Washington - Im laufenden Wirtschaftsjahr könnte die globale Reisproduktion erstmals seit 2006/2007 hinter dem wachsenden Verbrauch zurückbleiben. Die Versorgung ist dennoch sicher.

Zwar schmälert der schwache Monsun die indische Reisernte - die globale Versorgung mit dem gerade für viele Schwellenländer wichtigen Nahrungsmittel ist jedoch sicher. © kamonrat/Fotolia.com
Ein Grund für die kleinere Produktion sind die Auswirkungen des schwachen Monsuns auf die Ernte in Indien, dem weltweit zweitgrößten Reisproduzenten. Allerdings sind die Lagerbestände sowohl bei den großen Produzenten und Verbrauchern als auch bei den Exporteuren so groß, dass die Bilanzlücke bislang keinen Einfluss auf die Markt- und Preisentwicklung hatte.
 
Anders als bei Weizen, Mais oder Soja blieben die globalen Reispreise seit April nahezu stabil und auch die Meldungen aus Indien über eine kleinere Ernte und geringere Exporte haben daran nichts geändert. Zudem wäre die erwartete Gesamtproduktion mit 463 Millionen Tonnen (Mio. t) immer noch die bislang zweitgrößte Ernte überhaupt.

Indien: Trotz kleinerer Ernte Exporte möglich

In Indien wird der Reis von Juni bis August gepflanzt und in den letzten drei Monaten des Jahres geerntet. Bis jetzt lagen die für das Wachstum der Pflanzen notwendigen Niederschläge des Monsuns 20 Prozent (%) unter dem langjährigen Durchschnitt. In machen Regionen fällt das Niederschlagsdefizit noch stärker aus.
 
Im letzten Jahr haben die Landwirte auf dem Subkontinent eine Rekordernte von 104 Mio. t eingebracht. In diesem Jahr rechnet das USDA mit einer Produktionsmenge von 98 Mio. t, was einem Rückgang von sechs Millionen Tonnen (Minus sechs Prozent) entspricht. Der indischen Export, der im letzten Jahr bei rund acht Millionen Tonnen lag, geht wegen der kleineren Ernte auf 6,5 Mio. t zurück.
 
Insgesamt deckt die indische Produktion jedoch noch gut den Bedarf (95 Mio. t). Allerdings schmelzen die zuletzt deutlich angewachsenen indischen Bestände von 26 Mio. t auf 22 Mio. t ab - bleiben aber, ebenso so wie die globalen Lagerbestände sehr komfortabel.

Viele Länder mit guten Ernten

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Andere große Produzenten und Exporteure rechnen zudem mit einer guten Ernte und auch mit stabilen oder sogar steigenden Exporten. So werden die thailändischen Ausfuhren nach dem Rückgang im letzten Jahr jetzt von 6,5 auf acht Millionen Tonnen zunehmen und die Ausfuhren Vietnams bleiben mit sieben Millionen Tonnen relativ stabil. Beide Länder halten nach derzeitiger Einschätzung ihre Produktionsmenge oder dehnen diese weiter aus.
 
Zudem rechnet China, als weltweit größter Produzent, erneut mit einer sehr guten Ernte. Die Rekordproduktion des letzten Jahres soll erneut um zwei Millionen Tonnen übertroffen werden und auf 142 Mio. t zunehmen. Gleichwohl deckt diese Erntemenge gerade einmal den chinesischen Bedarf.
 
Auch in den meisten anderen großen asiatischen Ländern sind die Verhältnisse von Produktion und Verbrauch relativ ausgeglichen und die Handelsmengen sind relativ klein. Anders als bei Weizen (20 %) ist deshalb der Anteil des weltweit gehandelten Reises mit knapp acht Prozent auch relativ gering.

Keine Versorgungsprobleme

Die dennoch in diesem Jahr entstandene Lücke zwischen Produktion und Verbrauch kann ohne Probleme aus den sehr hohen Lagerbeständen gedeckt werden. Zu den größten Reisimporteuren gehören
  • die Philippinen,
  • der Iran,
  • Indonesien,
  • die EU,
  • China,
  • Saudia- Arabien und
  • Malaysia.
Allerdings liegen die importierten Mengen überwiegend zwischen ein und zwei Millionen Tonnen oder darunter. Die relativ ausgeglichen Marktverhältnisse kommen auch in den relativ stabilen Exportpreisen zum Ausdruck. Ein Preisanstieg wäre wohl erst bei einem großen Produktionseinbruch in Indien wahrscheinlich. Neben Vietnam und Thailand gehören Indien und Pakistan zu den TOP-4 der wichtigsten Reisexporteure.
 
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