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Pflanzenbaukolumne Kopfdünger

Resistenzen entstehen nicht plötzlich

Windhalm in Wintergerste
am Mittwoch, 07.04.2021 - 08:13 (Jetzt kommentieren)

Die Ursachen für Resistenzen sind hausgemacht, sagen Lucia und Marlene Gruber. Das hat nichts mit bio oder konventionell zu tun.

In den kommenden Monaten verlieren weitere Pflanzenschutzmittel ihre Zulassung. Besonders der Wegfall von Mancozeb macht Rüben- und Kartoffelanbauenden schwer zu schaffen.

Es gab einen großen Aufschrei in der Branche. Direkt überraschend kam das Verbot aber nicht. 

Pflanzenschutz: Arbeiten immer alle nach Schadschwellen?

So stellt sich die Frage, ob das Pflanzenschutzmittelverbot der Grund für die Probleme in der Landwirtschaft ist? Oder ob die Probleme in der Landwirtschaft nicht vielleicht der Grund für das Verbot sein könnten?

Pflanzenschutzmittel sind seit Jahrzehnten ein probates Mittel im Kampf gegen Schädlinge und unerwünschtes Beikraut. Aber arbeiten immer alle nach dem Schadschwellenprinzip des integrierten Pflanzenschutzes?

Oder sind es nicht oft genug vorbeugende Maßnahmen, die gelehrt und immer noch ganz selbstverständlich durchgeführt werden?

Resistenzen bei Pflanzenschutzmitteln: zu viel und zu lang

Experten mahnen an, unterschiedliche Wirkstoffe zu verwenden, um Resistenzen vorzubeugen. Da müssten die Alarmglocken klingeln. ­Resistenzen entwickeln sich schließlich nicht plötzlich. Mutationen entstehen bei monotoner Bewirtschaftung über lange Zeit hinweg. Die Mahnung deutet auf ein „zu viel“ und ein „zu lang“ hin.

Pflanzenschutzmittel, die man einsetzen kann, wenn es brennt, wären gut. Dass immer mehr Verbote das nicht mehr erlauben, ist ein hausgemachtes Problem.

Statt auf die nächsten Verbote zu warten und sich zu beklagen, ist es an der Zeit, über zukunftsfähige Strategien im Ackerbau nachzudenken.

Neue Gesamtkonzepte: Fruchtfolge, Bodenleben, konservierende Bearbeitung

Ansätze gibt es einige: vielgliedrige Fruchtfolgen, konsequenter Wechsel zwischen Sommerungen und Winterungen, Belebung der Mikroorganismen im Boden, konservierende Bodenbearbeitung und viele mehr.

Bio oder konventionell ist nicht die Frage. Sondern, wie ein landwirtschaftliches Gesamtkonzept aussehen kann, das zukunftsfähig ist.

Zu den Autorinnen: Lucia und Marlene Gruber

Lucia und Marlene Gruber vom Gruberhof Schöfthal

Die beiden Schwestern bewirtschaften einen Bioland-Ackerbaubetrieb in Niederbayern und beschäftigen sich viel mit neuen Kulturen, Fruchtfolgen und Vermarktungsideen.

In Ihren Youtube- und Facebook-Kanälen berichten sie über ihre Arbeit.

Für agrarheute schreiben die Schwestern regelmäßig in unserer Kolumne „Kopfdünger“.

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Dieser Kopfdünger-Beitrag ist in der agrarheute-Ausgabe April 2021 erschienen.

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