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Forst

Rheinland-Pfalz: Staatswald ab 2014 mit FSC-Zertifikat

von , am
04.07.2012

Mainz - Bis Ende 2014 soll der Staatswald in Rheinland-Pfalz nach den Regeln des Forest Stewardship Councils (FSC) zertifiziert werden. Das kündigte Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken an.

Seit 33 Jahren steigt die Waldfläche in Bayern. © BSHD
Das FSC-Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft solle künftig Unternehmen und Verbrauchern die bewusste Entscheidung für ein nachhaltiges Holzprodukt ermöglichen, erklärte Höfken bei der Vorstellung des Zertifizierungsprozesses. Gleichzeitig werde durch die unabhängige Zertifizierung der hohe Standard des naturnahen Waldbaus in Rheinland-Pfalz dokumentiert und erhalten.

Rio-Auftrag umsetzen

In Rheinland-Pfalz wolle man den "Rio-Auftrag für nachhaltiges Wirtschaften" unter anderem mit dieser Maßnahme umsetzen, betonte die Ministerin, die als Vertreterin der deutschen Umweltminister an der Konferenz in Rio teilgenommen hatte. Anerkannte Gütesiegel wie FSC seien weltweit ein wichtiges Instrument, um sicherzugehen, kein Holz aus illegalem Raubbau zu verwenden.
 
Viel Holz stammt aus illegalem Holzeinschlag
 
Höfken wies darauf hin, dass ein großer Teil des weltweit genutzten Holzes aus illegaler Abholzung stamme. Eine Studie des World Wide Fund for Nature (WWF) gehe davon aus, dass jährlich 2,8 Mio cbm illegal eingeschlagenen Holzes von der EU aus Brasilien importiert würden, davon neun Prozent von Deutschland. "Damit Instrumente wie zum Beispiel die neue EU-Gesetzgebung zum Verbot des Imports von illegalem Holz greifen können, müssen Herkunft und Herstellung nachvollziehbar sein", betonte Höfken. Dafür sei die Zertifizierung ein Schlüsselfaktor. Gerade Industrieländer hätten beim Umgang mit ihrem Wald eine Vorbildfunktion.
 
In Rheinland-Pfalz werde daher, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, der Staatswald nach den Grundsätzen des naturnahen Waldbaus bewirtschaftet und stufenweise FSC-zertifiziert. Bereits 2012 sollten die ersten zwölf der insgesamt 45 Forstämter das Label erhalten; das entspreche rund 20 Prozent der Staatswaldfläche. Laut Höfken sollen die FSC-Qualitätsstandards jährlich überprüft werden.
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