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Rukwied: Eine ordentliche Ernte

von , am
22.08.2012

Berlin - Es ist vollbracht. In den meisten Teilen des Landes ist die Ernte abgeschlossen. Trotz extremer regionaler Unterschiede spricht DBV-Präsident Rukwied von einer ordentlichen Ernte.

Verbände wenden sich wegen neuer Nachhaltigkeitskriterien an EU-Kommissar Oettinger. © Serfling
"Die diesjährige Ernte ist beendet. Wir befinden uns auf der Zielgeraden. Die Ernte ist ordentlich ausgefallen. Besser, als wir noch vor vier oder fünf Wochen gedacht haben. Die Versorgung ist gesichert. Die stabile deutsche und europäische Ernte trägt zur Entspannung auf den Getreidemärkten bei", erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, bei der Bekanntgabe der Ernteergebnisse vor der Presse in Berlin.

Regional extreme Ertragsausfälle

"Trotz teils erheblicher Ertragsausfälle in einigen Regionen konnten die deutschen Bauern 43,8 Millionen Tonnen Getreide ernten. Das sind knapp zwei Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr." Die Streuung bei der Weizenernte sei je nach Region und Witterung mit vier bis elf Tonnen pro Hektar enorm.
"Die Unsicherheiten der diesjährigen Ernte lagen in diesem Jahr vor allem bei den wechselhaften Witterungsbedingungen. Hinzu kamen noch schwere Hagelschauer und die Mäuseplage", betonte Rukwied.
Auch in der EU werde mit etwa 279 Millionen Tonnen eine Getreideernte erwartet, die im Mittel der Vorjahre liegt.

Überwiegend gute Qualitäten beim Weizen

Gemeinsam mit den 18 Landesbauernverbänden hat der DBV die Erntebilanz 2012 erstellt. Die deutsche Getreideernte beträgt 43,8 Millionen Tonnen. Die Ernteergebnisse für die wichtigste Getreidekultur in Deutschland, den Winterweizen, gab der DBV mit 21 Millionen Tonnen an. Gegenüber dem Vorjahr ist dieses Ergebnis eine Verschlechterung von sechs Prozent oder 1,4 Millionen Tonnen. Die massiven Auswinterungschäden hätten die Anbaufläche um knapp neun Prozent verringert, sagte Rukwied.
 
Mit den Qualitäten zeigte sich Präsident Rukwied zufrieden. Die Fallzahlen seien im für die Backqualität erforderlichen Bereich und auch die Rohproteingehalte bewegten sich zum großen Teil in den geforderten Bereichen. In Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig Holstein fallen die Qualitäten allerdings zu niedrig aus.

Sommerungen wurden ausgedehnt

Die Erntemenge für die Wintergerste betrage laut DBV in diesem Jahr 6,7 Millionen Tonnen. Damit liege das Ernteergebnis knapp sieben Prozent oberhalb des Vorjahres. Im Durchschnitt wurden 6,1 Tonnen pro Hektar geerntet.
Auch hier verringerte sich die Anbaufläche durch Auswinterungsschäden um sieben Prozent - zu Gunsten der Sommergerste. Um 40 Prozent erhöhte sich die Anbaufläche für die Sommergerste auf 590.000 Hektar. Die Erntemengen werden mit 3,1 Millionen Tonnen angegeben. Neben der positiven Ertragsentwicklung der Sommerungen stimmen in diesem Jahr auch die Qualitäten.
 
Eine Anbauausdehnung von 16 Prozent auf 710.000 Hektar gab es auch beim Roggen. Damit beträgt die diesjährige Roggenernte 3,6 Millionen Tonnen, was einer Steigerung von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Rapserträge liegen über dem Vorjahr

Eine deutliche höhere Ernte gegenüber dem Vorjahr sei auch beim Raps eingefahren wurden. Mit 4,4 Millionen Tonnen liege die Ernte 15 Prozent über dem Ergebnis des schwierigen Rapserntejahres 2011. Das sei vor allem auf die besseren Hektarerträge zurückzuführen, die mit 3,4 Tonnen pro Hektar 15 Prozent über denen des Vorjahres liegen. Wie Rukwied als praktizierender Landwirt betonte, seien diese Ertragszahlen aber nicht zufriedenstellend. „Wir als Landwirte wollen die vier vor dem Komma sehen“. Die Anbaufläche liege mit 1,3 Millionen Hektar auf dem Niveau des Vorjahres.
 
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