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Rumänien will Obst und Gemüse aus Moldawien

von , am
17.09.2010

Bukarest - Nach dem weitgehenden Importstopp Russlands für Obst und Gemüse aus Moldawien gibt es in Rumänien verstärkte Bestrebungen für Einfuhren aus dem kleinen Nachbarland.

© .shock/fotolia

Agrarpolitiker beider Seiten haben jedenfalls Interesse an einer Belebung des Handels bekundet. So kam laut einem Bericht der Agentur recolta.eu kürzlich der rumänische Agrar-Staatssekretär Adrian Radulescu mit Moldawiens Landwirtschaftsminister Valerij Kosartschuk zusammen, um die Möglichkeiten moldawischer Ausfuhren nach Rumänien zu erörtern.

An der Unterredung sollen auch Vertreter großer internationaler Handelsketten wie Metro, Selgros und Carrefour teilgenommen haben.

Rechtliche Hürden stehen im Weg  

Radulescu wertete das Gespräch als ersten Schritt in Richtung einer Vereinbarung, wies aber gleichzeitig auf rechtliche und finanzielle Hürden angesichts des Drittlandstatus Moldawiens gegenüber der Europäischen Union hin. Rumänien sei besonders an Apfelimporten aus Moldawien interessiert. Auf dem Kernobstmarkt hat Rumänien derzeit nur einen Selbstversorgungsgrad von 35 Prozent bis 40 Prozent. Mit Blick auf den Gemüsemarkt erwähnte Radulescu vor allem Zwiebeln und Knoblauch.

Einfuhrverbot als Auslöser für die verstärkten Bemühungen  

Engere Kontakte Angesichts der Probleme Moldawiens mit Lieferungen an den russischen Markt könnte Rumänien ein willkommenes Absatzventil für die Obst- und Gemüseproduzenten des Nachbarlandes sein. Der Moskauer Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit hatte gegen 103 von zuvor 136 im Russlandgeschäft tätige moldawische Exporteure ein Lieferverbot wegen des Nachweises von Pflanzenschutzmittelrückständen verhängt. Zudem besteht de facto ein Embargo gegenüber Weinlieferungen aus Moldawien.

"Neue Beziehungen" Moldawiens zur Europäischen Union 

Bukarest könnte nun im Ausbau des Obst- und Gemüsehandels mit dem Nachbarland eine Möglichkeit sehen, das Interesse Chisinaus an engeren politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zur EU zu fördern. Unter politischen Beobachtern in Bukarest wird dabei auch auf einen Besuch des moldawischen Ministerpräsidenten Vladimir Filat in Brüssel Ende Juli und die formulierten "neuen Beziehungen" Moldawiens zur Europäischen Union verwiesen. (AgE)

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