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Aus der Wirtschaft

Russland erhebt Exportzoll für Weizen

© Cruelboy/fotolia
von , am
08.01.2015

Moskau - Trotz einer sehr hohen Ernte erhebt Russland ab Februar einen Exportzoll von mindestens 35 Euro je Tonne auf Weizen. Schon seit einigen Wochen spüren Handelsgesellschaften die russische Bremse bei Getreidelieferungen.

An der Matif war die Tonne Weizen nur noch 146,75 Euro je Tonne wert. © Mühlhausen/landpixel
Die Abgabe in einer Höhe von 15 Prozent plus 7,5 Euro soll zur Stabilisierung der Lage am heimischen Getreidemarkt dienen, heißt es in einer am ersten Weihnachtstag veröffentlichten Regierungsverordnung. Zuvor hatte sich Ministerpräsident Dmitrij Medwedew besorgt über eine Beschleunigung der Getreideexporte gezeigt, die nach seinen Worten neben anderen Faktoren auf starke Schwankungen des Rubelkurses zurückzuführen sei.
 
Nun sehe sich die Regierung gezwungen, trotz einer sehr hohen Ernte 2014 eine administrative Beschränkung der Ausfuhren vorzunehmen, um Reserven zwecks ausreichender Versorgung des Binnenmarkts mit Brot- und Futtergetreide zu sichern, erklärte Medwedew. Der Exportzoll gilt von 1. Februar bis 30. Juni 2015.

Russland bremst Ausfuhren

Schon einige Wochen vor der Bekanntgabe der Kabinettsverordnung beklagten die in Russland tätigen Getreidehandelsgesellschaften Behinderungen bei der Ausführung der Exportverträge. So hat die nationale Eisenbahngesellschaft die Beförderung von Getreide zu den Seehäfen unter dem Vorwand verspäteter Rückgabe von Waggons eingeschränkt. Der Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor) reduzierte seinerseits die Ausstellung von Exportzertifikaten für Getreide wegen angeblicher Verstöße gegen die phytosanitären Auflagen ein.
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