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Russland: Weniger Auswinterungsschäden, aber Transportprobleme

© agrar-press
von , am
23.02.2012

Die Auswinterungsschäden in Russland dürften nicht so dramatisch ausfallen wie zunächst gedacht. Damit wären auch die Auswirkungen auf den Export geringer als erwartet.

© Mühlhausen/landpixel
Ein Sprecher der russischen Getreide-Union schätzte die von Auswinterungsschäden betroffenen Flächen diese Woche auf 1,0 bis 1,5 Millionen Hektar (Mio. ha). Von den in den letzten Jahren mit Weizen bestellten 25,5 bis 28,7 Mio. ha, waren ungefähr 13 bis 14 Mio. ha Winterweizen. Demzufolge würden die Auswinterungsschäden bei sieben bis zehn Prozent der Winterweizenfläche liegen und etwa dem Durchschnitt der letzten Jahre entsprechen (fünf bis zehn Prozent). Diese Flächen dürften jedoch noch mit Sommerweizen bestellt werden. Damit wird ein Teil der Verluste ausgeglichen.

Getreideunion erwartet 2012 neuen Ausfuhrrekord

Angesichts der keineswegs dramatischen Auswinterung schätzt die russische Getreide-Union den Weizenexport für das nächste Jahr (2012/13) sogar auf 22 Millionen Tonnen und den Gesamtgetreideexport auf 25 Millionen Tonnen. Dies wäre bei Weizen ein neuer Ausfuhrrekord. Das russische Landwirtschaftsministerium hat den laufenden Getreideexport am 21. Februar mit insgesamt 19,8 Millionen Tonnen angegeben und die möglichen Gesamtausfuhren für 2011/12 mit 25 Millionen Tonnen.
 
Auch die Getreide-Union hält bis zum Ende des Wirtschaftsjahres die Ausfuhr von weiteren vier Millionen Tonnen Weizen für möglich.
 
Im letzten Monat hatten sich die Exporte wegen der logistischen Probleme an den Häfen deutlich abgenommen. Am wichtigsten Schwarzmeerhafen in Noworossijsk, waren im Januar nur 570.000 Tonnen Getreide verschifft worden, nach 1,02 Millionen Tonnen im Dezember. Zwölf Tage war die Arbeit im Hafen völlig unterbrochen. Dies hat es zuletzt 1997 gegeben.

Russische Weizenpreise steigen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Am russischen Binnenmarkt sind die Weizenpreise zuletzt kräftig gestiegen. Dies verdeutlichten auch die aktuellen Ankaufpreise für Intervention, die erneut zulegten. In diesem Jahr wurden bislang 440.000 Tonnen Weizen über Auktionen für die Intervention gekauft. Um die Kontrakte für die bereits eingegangen Exportverpflichtungen zu erfüllen, müssen auch die Exporteure immer höhere Preise zahlen.
 
Bei einer der letzten Auktionen des größten Weizenimporteurs Ägypten hatte Russland mit fast 293 US-Dollar je Tonne den höchsten Preis geboten und keinen Zuschlag mehr erhalten. Bis dahin hatte man fast alle ägyptischen Exportausschreibungen gewonnen oder zumindest einen Teil der Lieferungen übernehmen können. Die letzten beiden Auktionen entschieden die USA für sich und auch europäischer Weizen war billiger. Möglichen Absatz sehen die Russen jetzt in Richtung Iran. Das Land braucht Weizen und der Westen hat ein Exportembargo verhängt.

 
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