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2. DBV-Erntebericht

Schleppende Ernte gefährdet Qualität - Gerste mit 7,2 t/ha im Schnitt

Rapsernte mit John Deere
Norbert Lehmann, agrarmanager
am
02.08.2017

Die Getreide- und Rapsernte verlief in den vergangenen Tagen und Wochen nur schleppend. Der DBV fürchtet um die Qualität des Brotgetreides.

Zwar sind Weizen und Raps in den meisten Regionen Deutschlands erntereif, doch zwingen die wiederkehrenden Niederschläge immer wieder zu Unterbrechungen der Ernte. Einzig die Wintergerstenernte konnte - abgesehen von wenigen Restflächen - abgeschlossen werden.

Nach Darstellung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) wäre ein zügiger Erntefortgang für die Vermeidung von Qualitätsverlusten bei den Brotgetreidearten dringend erforderlich. Die weiterhin eher unbeständigen Wetteraussichten sorgen daher für Anspannung.

Durchschnittliche Gerstenernte

Auf Grundlage der Ertragsmeldungen der Landesbauernverbände und der vom Statistischen Bundesamt registrierten Aussaatfläche geht der DBV von einer Ernte an Wintergerste von 8,8 Mio. t aus. Damit wird das Vorjahresergebnis in Höhe von 9 Mio. t um nur 2 Prozent (%) verfehlt, obwohl die Fläche um 3 % eingeschränkt wurde.

Der fünfjährige Durchschnitt von 8,7 Mio. t kann geringfügig übertroffen werden. Der Durchschnittsertrag soll bundesweit knapp 7,2 t/ha betragen. Regional wie einzelbetrieblich streuen die erzielten Erträge jedoch erheblich.

Raps noch nicht einzuschätzen

Beim Raps haben widrige Erntebedingungen in Ostdeutschland, Bayern und Niedersachsen einen bisher nur mäßigen Erntefortschritt zugelassen. Verlässliche Aussagen über Hektarerträge und Erntemengen sind daher bisher nicht möglich.

Die bisher gemeldeten Erträge lassen laut DBV darauf schließen, dass der Durchschnittsertrag der Jahre 2012 bis 2016 in Höhe von 3,9 t/ha nicht erreicht wird.

Regen gefährdet Winterweizen

Die Ernte des Winterweizens ist - abgesehen von Regionen entlang des Rheins - nicht sehr weit vorangeschritten. Dies trifft insbesondere auf Bundesländer mit großen Weizenanbauflächen zu, so Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Insofern sind derzeit noch keine fundierten Aussagen über die Winterweizenernte möglich.

Da die erntereifen Winterweizenbestände immer wieder Niederschlägen ausgesetzt sind, sind viele Landwirte in Sorge um Ertrags- und Qualitätsverluste. So ist zu befürchten, dass die Fallzahlen aufgrund des zunehmenden Auswuchses absinken. Darüber hinaus sind die Getreidefelder örtlich ins Lager gegangen. Diese trocknen nach den Regenfällen nur langsam.

Sehr nasser Juli

Der DBV verwies darauf, dass nach einem eher trockenen Winter und Frühjahr mit Beginn der Wintergerstenernte Ende Juni/Anfang Juli wechselhafte Witterungsverhältnisse mit verbreitet hohen Niederschlagsmengen einsetzten.

Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes war der Juli 2017 einer der zehn niederschlagsreichsten Julimonate seit Messbeginn 1881. So erreichte der Juli mit bundesweit rund 130 Litern Regen pro Quadratmeter 163 Prozent seines Durchschnittswertes von 78 Litern. Das Monatsende war zudem insbesondere in Niedersachsen und Thüringen von ergiebigem Dauerregen geprägt. Die Befahrbarkeit vieler Flächen ist infolge der reichlichen Niederschläge nun stark eingeschränkt.

Eine abschließende Bilanz der Ernte 2017 wird der DBV am 22. August vorlegen.

Mit Material von DBV

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