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Fruchtfolge

Schleswig-Holstein: Anbauflächen und Auswinterung in diesem Jahr

Schäden im Getreide
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
14.06.2018

Nässe zur Aussaat, unbefahrbare Flächen bis ins Frühjahr und ein später Vegetationsstart. Was jeder vermutet hat, zeigt sich jetzt an den aktuellen Anbauzahlen.

Aktuell hinterlässt weitläufig Trockenheit Schäden im Getreide. Schon im vergangenen Herbst haben die schlechten Aussaatbedingungen deutlich verschobene Fruchtfolgen nach sich gezogen.

Das spiegelt sich in den aktuellen Anbauflächen in Norddeutschland wider, die das Statistikamt Nord jetzt herausgegeben hat.

Schon zur Saat der Winterungen war es vor allem in Schleswig-Holstein und Niedersachsen viel zu nass. Winterweizen konnte vielfach nicht oder nur unter schlechtesten Bedingungen gesät werden.

Das Ergebnis zeigt sich derzeit draußen auf den Feldern.

Wo es den ganzen Winter über nass blieb, wichen viele Ackerbauern notgedrungen auf Sommergetreide aus. Wer nicht rechtzeitig bestellte, ging beim Sommerweizen oder der Sommergerste leer aus.

Nach der Nässe kam Auswinterung

Vor allem Winterweizen und Winterraps haben gelitten. Dazu kamen bei beiden Kulturen in Schleswig-Holstein Auswinterungsschäden. Mit jeweils rund 4 Prozent der Aussaatfläche waren sie deutlich höher als im Vorjahr (0,7 Prozent beim Weizen, 0,5 Prozent beim Raps).

Auch Roggen und vor allem Triticale waren massiv von Auswinterung betroffen. Bei der Triticale waren nach dem Winter knapp 13 Prozent der Flächen geschädigt (Vorjahr: 0,7 Prozent), beim Roggen gut 6 Prozent (Vorjahr 0,1 Prozent).

Wintergerste ist ebenfalls deutlich vom Rückgang der Anbaufläche betroffen, wenn auch nicht so stark wie der Weizen. Die Aussaat lief überwiegend noch zu besseren Bedingungen als später im Herbst der Winterweizen. Auswinterungsschäden hielten sich in Grenzen.

Starke Verluste bei den Winterungen

Wie zu erwarten sind die Einbrüche bei den Winterungen in Schleswig-Holstein erheblich:

  • Winterweizen wächst auf 28 Prozent weniger Fläche als 2017 (wächst aktuell auf 133.300 ha)
  • Winterraps kommt auf 24 Prozent Verlust (74.100 ha)
  • Wintergerste hat ein Minus von 18 Prozent zu verzeichnen (50.800 ha)
  • Roggen und Wintermenggetreide steht auf 10 Prozent weniger Fläche (23.700 ha).

Sommergetreide profitiert deutlich

Hier die aktuelle Entwicklung der Anbauflächen in Schleswig-Holstein im Vergleich zum Vorjahr. Diese Kulturen, überwiegend Sommerungen, haben am stärksten zugelegt:

  • Sommerweizen ist mit +733 Prozent der größte Gewinner (aktuell steht er auf 28.200 ha).
  • Sommergerste hat um +235 Prozent zugelegt (17.300 ha)
  • Triticale als Winterung steht bei +191 Prozent (23.700 ha)
  • Hafer kommt auf +147 Prozent (17.800 ha)
  • Ackerbohne hat deutliche Zuwächse, wird vorläufig auf etwa 11.600 ha geschätzt, das wäre das Dreifache der letztjährigen Fläche.
Mit Material von Statistikamt Nord

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