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Schleswig-Holstein: Ernte läuft noch

von , am
27.08.2013

Kiel - Anders als beispielsweise in Hessen sind in Schleswig-Holstein noch einige Getreidefelder zu dreschen. Die Erträge schwanken je nach Standort stark.

© Dusan Kostic/fotolia.com
Nachdem in Schleswig-Holstein im Vorjahr hohe Erträge zu verzeichnen waren, fällt die diesjährige Ernte zwar ertraglich etwas niedriger aus, liegt aber immer noch über dem langjährigen Durchschnitt.
 
Die Getreideernte (vor allem Winterweizen) ist nach Informationen der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein noch nicht beendet. Besonders in den nördlichen Landesteilen stehen noch einige Flächen zum Drusch an. Die Erträge schwanken je nach Standort stark.

Getreideernte von 2,4 Millionen Tonnen erwartet

Die Getreideanbaufläche fällt dieses Jahr mit 279.000 Hektar deutlich kleiner aus (- 51.000 Hektar). Aufgrund widriger Witterungsbedingungen konnte insbesondere in weiten Teilen der Marsch kein Winterweizen ausgedrillt werden, mit der Folge, dass die Anbaufläche um 29 Prozent (%) gegenüber dem Vorjahr abnahm.
 
Beim Getreide wird eine Erntemenge von 2,4 Millionen Tonnen (Mio. t) erwartet. Diese liegt damit um 17 % unter dem Vorjahresergebnis.
 
Folgende Anbauflächen wurden verzeichnet:
  • 158.000 ha Winterweizen (221.000 ha Vorjahr)
  • 53.000 ha Wintergerste (konstant gegenüber Vorjahr)
  • 9.000 ha Sommergerste (8.000 ha Vorjahr)
  • 27.000 ha Roggen (+2 % gegenüber Vorjahr)
  • 10.000 ha Hafer (7.000 ha)
  • 5.800 ha Triticale (5.600 Vorjahr)
  • 14.000 ha Sommerweizen (7.500 ha gegenüber Vorjahr)

Winterweizen: 93 dt/ha

Winterweizen erzielte im Durchschnitt knapp 93 dt/ha (91 dt/ha Vorjahr). Die Erträge schwanken stark: Während bei Stoppelweizen, also Weizen nach Weizen, teilweise nur 80 bis 85 dt/ha geerntet wurden, waren es bei Weizen nach Raps durchaus 100 dt/ha und mehr.
 
Die Erntemenge wird auf 1,5 Mio. t geschätzt (Vorjahr: zwei Millionen Tonnen). Die Qualitätsparameter weisen in der Regel zufriedenstellende Proteingehalte um zwölf Prozent auf sowie ausreichende Fallzahlen und Hektolitergewichte.

Wintergerste: 86 dt/ha

Die Wintergerste erbrachte im Schnitt knapp 86 dt/ha. Auch hier schwanken die Erträge regional sehr. Die Druschergebnisse lagen zwischen 60 bis 95 dt/ha. Die Qualitäten sind weitestgehend zufriedenstellend, sodass die Wintergerste, die mit 53.200 ha in einem mit dem Vorjahr vergleichbaren Umfang angebaut wurde, vielerorts insgesamt mit 456.200 t (Vorjahr 492.431 t) ein gutes Ernteergebnis erzielen dürfte.
 
Der Winterroggen erbrachte mit im Schnitt 79 dt/ha einen Rekordertrag (Vorjahr 76 dt/ha).

Winterraps: 42 dt/ha

Beim Winterraps wurde mit knapp 42 dt/ha ein über dem langjährigen Durchschnitt liegender Ertrag erzielt (entsprechend dem Vorjahr). Allerdings weisen die Druschergebnisse witterungsbedingt eine weite Streuung mit Ernteergebnissen von 30 dt/ha bis 50 dt/ha auf. Aufgrund der schnellen Abreife im Juli liegen die Ölgehalte etwa ein bis 1,5 % unterhalb der Werte des Vorjahres von rund 45 %.
 
Die Rapsanbaufläche ist in diesem Jahr wieder auf durchschnittliches Niveau von 112.000 ha angestiegen, nachdem im Vorjahr aufgrund der schlechten Bestellbedingungen bei der Herbstaussaat nur gut 60.000 ha Raps zur Ernte anstanden.
 
Die Rapsernte wird insgesamt auf rund 469.000 t geschätzt (255.100 t Vorjahr).

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Silomais: sehr heterogener Entwicklungszustand

Silomais ist wegen der eingeschränkten Winterweizenfläche in diesem Jahr die am häufigsten angebaute Kultur. Mit rund 181.400 ha ist die Fläche im Vergleich zum Vorjahr annähernd konstant geblieben. Silomais macht wie in den Vorjahren den Hauptteil der zur Grünernte genutzten Pflanzen, die sowohl als Futter- wie auch als Energiepflanzen verwendet werden.
 
Die Silomaisbestände zeigen regional einen sehr heterogenen Wachstumsstand auf. Einige Bestände konnten die witterungsbedingten Entwicklungsverzögerungen aufholen - andere Bestände zeigen noch einen erheblichen Wachstumsrückstand.
Aufgrund der Befürchtung gravierender Ertragseinbußen wurden vermehrt Getreidebestände vor der Kornreife als Ganzpflanzensilage (GPS) geerntet, um sie als Ersatz für Fütterung und Biogasanlagensubstrat einzusetzen.

Kartoffeln: Knollenansätze deutlich reduziert

Die Kartoffeln in Schleswig-Holstein haben in diesem Jahr unter den diesjährigen Witterungsverhältnissen am stärksten gelitten: Späte Pflanztermine mit nachfolgend kühl/feuchter Witterung haben zu deutlich reduzierten Knollenansätzen geführt. Die anschließende Trockenheit hat vielerorts zu einem zeitigen Absterben der Pflanzen geführt.
 
Die Erträge werden daher weit unterdurchschnittlich ausfallen. Die Anbaufläche an Speisekartoffeln liegt in Schleswig-Holstein bei rund 3.400 ha.
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