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Agrarwetter

Schnee und Frost: Das kommt auf die Pflanzen zu

DWD/ISIP/Katharina Krenn/agrarheute
am
25.04.2016

Arktische Polarluft hat den Winter zurückgebracht. In der laufenden Woche beschert uns das Tief Schnee, Graupel und teilweisen Frost. Was das für die Pflanzen bedeutet.

Für den Wintereinbruch sind polare Luftströmungen von der Arktis verantwortlich. Vor allem in der Nordosthälfte zeigt sich das Wetter von seiner eisigen Seite: heute dominieren Regen-, Graupel- und Schneeschauer. Im Westen und Südwesten steigt die Schneefallgrenze bis in die Hochlagen.

In der Nacht zum Dienstag sinkt die Schneefallgrenze in den Mittelgebirgen auf 200 bis 400 m. Vorübergehend schneit es auch in Tieflagen. Nachts fallen die Temperaturen insbesondere in Mittelgebirgslagen unter den Gefrierpunkt. Regional können die gesamte Woche Nachtfröste auftreten. Besserung prognostizieren die Meterologen erst ab Ende nächster Woche.

Frost kann Rapsblüte schaden

Bei den Getreidekulturen sind durch den Wintereinbruch keine Schäden zu befürchten. Anders beim Raps: Dieser hat in einigen Regionen die Vollblüte erreicht. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt könnte es zu Erfrierungen der Blüten und folglich zu einem reduzierten Schotenansatz kommen, erklärte Walter Hollweg von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Rüben: Mit Herbizidmaßnahme warten

In Nordrhein-Westfalen laufen derzeit die spät gesäten Rüben auf. Da für alle Regionen in der gesamten kommenden Woche Nachtfröste bis -3 °C prognostiziert werden, sollte nach Möglichkeit für die Herbizidmaßnahmen in den früh und spät aufgelaufenen Rübenbeständen die Wiedererwärmung in der ersten Maiwoche abwartet werden. Die meisten Unkräuter lassen sich etwas später, wenn auch dann mit höheren Aufwandmengen, verträglicher ausschalten als zum jetzigen Zeitpunkt.

Obsttblüte in Gefahr

Das Polartief könnte in einigen Regionen vor allem die Obstblüte gefährden. Insbesondere Kirsche und Birne könnten betroffen sein. Daher ist auch bei schwachen Minusgraden ein Abdecken von niedrigen Kulturen mit mehrschichtigen Lagen Vlies, Säcken oder Decken zu empfehlen, meldet der Pflanzenschutzdienst der LELF Brandenburg.

Der Boden unter den Kulturen sollte möglichst offen gehalten werden, damit tagsüber der Boden von der Sonne erwärmt werden kann, rät der Pflanzenschutzdienst ISIP. Dieser Vorgang sei noch intensiver, wenn der Boden feucht ist.

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