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Waldschädlinge

Schwammspinner-Epidemie: Darum breitet sich die Raupe so aus

Schwammspinner an Fassade
am Freitag, 21.06.2019 - 11:28 (2 Kommentare)

Mehrere Regionen melden derzeit Starkbefall und Schäden durch die Raupen. Der Klimawandel trüge dazu bei, sagt ein Experte.

Die Raupen des Schwammspinners sind derzeit in einigen deutschen Regionen eine Plage und fressen ganze Waldgebiete kahl. Nach Ansicht eines Experten liegt das auch am Klimawandel.

„Die Insekten brauchen Wärme, Licht und Sonne, dann klappt das mit der Vermehrung besser“, sagt der Insektenforscher Ronald Bellstedt aus dem thüringischen Gotha. Die Extreme würden durch den Klimawandel größer.

Lästig, aber ohne Gefahr

Der Schwammspinner (Lymantria dispar) ist ein wärmeliebender Nachtfalter, dessen Raupen bevorzugt Eichenblätter fressen. Die Raupen sind für den Menschen zwar lästig, aber gewöhnlich nicht gesundheitsgefährdend.

Derzeit fressen teils Hunderttausende dieser Raupen in Teilen Thüringens, Sachsens und Bayerns Eichenbäume und andere Pflanzen kahl. Andere Bundesländer haben zwar keinen derart drastischen Befall, melden aber auch steigende Zahlen, etwa Hessen und Rheinland-Pfalz.

Sobald sich die Raupen verpuppen, sei das Problem erst einmal erledigt, betont Konrad Nickschick, Fachdienstleiter Umwelt im ostthüringischen Gera. Dort färben Schwammspinner-Raupen gerade einen ganzen Ortsteil dunkel ein.

Hoffnung durch Johannistriebe

Bellstedt zufolge entwickeln gesunde Eichen beim sogenannten Johannistrieb, einem zweiten Blattaustrieb Ende Juni, neues Laub. Die Raupen verpuppen sich gewöhnlich bis spätestens Anfang Juli.

Seit dem heißen und trockenen Jahr 2015 steige die Populationsdichte des Schwammspinners, schreibt die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). Eine länderübergreifende Ausbreitung in Europa gab es demnach zwischen 1992 und 1995.

Mit Material von dpa
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