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Forschung

Silofolie zum Aufspritzen aus Latex

Silofolie zum Aufspritzen
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Katharina Krenn, agrarheute
am
03.02.2017

Seit 7 Jahren entwickeln Forscher eine Folie zum Aufspritzen auf das Silo. Derzeit laufen die Praxistests. Das ist der Forschungsstand.

Ein Forschungsteam des Technologie- und Förderzentrums für nachwachsende Rohstoffe (TFZ) arbeitet derzeit an der Entwicklung einer neuartigen, aufspritzbaren Abdeckung für Flachsiloanlagen, um eine bessere Alternative für die bisher arbeitsintensive und risikoreiche Abdeckung mit Folie und Beschwerung zu schaffen.

Das Forschungsprojekt läuft bereits seit 2009 und befindet sich bis Januar 2018 in der Testphase mit Praxisanwendung.

Das muss die Folie können

  • Stabilität bei unterschiedlichen klimatischen Bedingungen; UV- und Temperaturstabilität, Wasserfestigkeit, Windstabilität
  • Die Folie sollte möglichst elastisch sein, inbesondere zu Beginn des Silierprozesses bei der Entstehung der Gärgashaube
  • Reißfestigkeit und Schutz gegen andere Einflüsse wie Vögel, die die Abdeckung zerstören
  • Stabilität und Konservierungsdauer von mindestens einem Jahr
  • Verfütterbarkeit der Folie an Nutztiere
  • Konkurrenzfähigkeit mit der herkömmlichen Silofolie in Qualität und Kosten

Das beinhaltet die Rezeptur

Es wurde bereits eine Rezeptur und die zugehörige Applikationstechnik entwickelt und patentiert. Die Grundrezeptur besteht aus Wasser, Latex und Sonnenblumenöl. Als Agenzien kommen Geliermittel, Füllstoffe, Konservierungsmittel, Emulgatoren und Dispergierhilfen zum Einsatz. Mit der Etablierung eines geeigneten Verfahrens kann die einfache Auftragung einer Zweikomponentenmischung in lediglich einem Arbeitsgang erfolgen und die Arbeitssicherheit verbessert werden. Da ein zeitintensives Auf- und wieder Abdecken bei Entnahme des Substrats entfallen würde, könnte das Unfallrisiko gerade an dieser Stelle verringert werden.

Vorteile der aufspritzbaren Silofolie

  • Arbeitserleichterung: zeit- und kostensparend
  • Arbeitssicherheit: geringes Unfallrisiko
  • Bessere Abdichtung nach Futterentnahme
  • Einsparung fossiler Rohstoffe durch die Nutzung von Nachwachsenden Rohstoffen
  • Kein Silofolienabfall durch Verfütterbarkeit

Verfütterbarkeit

Um der Anforderung der Verfütterbarkeit des Abdeckmaterials gerecht zu werden, darf die Rezeptur nur ernährungsphysiologisch unbedenkliche Rohstoffe beinhalten und müssen hinsichtlich Futtermittelrecht bzw. Dünge(mittel)verordnung Stand halten. Die Spritzmischung muss im letzten Schritt durch eine amtliche Stelle für Futtermittelprüfung beurteilt und genehmigt werden.

Ökonomische Bewertung

Ein weiterer Punkt an dem die Wissenschaftler arbeiten ist die ökonomische Bewertung des Gesamtverfahrens. Zwar würde die Einsparung von Arbeitskosten durch einfaches Aufspritzen der Abdeckung erheblich zur Kostenreduktion beitragen. Bei zu hohen Materialkosten kann allerdings im Vergleich zum konventionellen Verfahren kein Preisvorteil erzielt werden. Daher sind die Rohstoffpreise – vor allem von Naturkautschuk – bei der Weiterentwicklung der Rezeptur stärker zu berücksichtigen, heißt es im Forschungsbericht.

BR-Reportage zur aufspritzbaren Silofolie

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