Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Gülleausbringung

So bleibt der Stickstoff in der Gülle

am Freitag, 15.04.2016 - 13:45 (Jetzt kommentieren)

Zu viel Stickstoff in der Gülle führt zu Umweltproblemen, die von Politik, Medien und Öffentlichkeit zunehmend kritisch betrachtet werden. Nitrifikationshemmer verbessern die N-Effizienz. Auf die richtige Dosierung kommt es dabei an.

Der Einsatz von Nitrifikationshemmstoffen bringt Umweltvorteile und vermeidet Nitratverlagerung und Ammoniakverluste. Nitrifikationshemmstoffe, wie die Produkte Entec FL, Piadin, N-Lock und Vizura der Firmen Eurochem Agro, SKW, BASF und Dow verbessern die N-Effizienz und die Umweltverträglichkeit der organischen Düngermittel und bieten die Möglichkeit, Mineraldünger einzusparen.

Vom Kanister ins Fass

Eine zentrale Rolle beim Einsatz der Nitrifikationshemmer spielt die korrekte Eingabe und die Dosierung ins Fass. Gerade unter den Aspekten Schlagkraft und Flächenleistung muss die Dosierung automatisch erfolgen. Die Zugabe der Nitrifikationshemmer per Hand bei jeder Fassfüllung über den Domdeckel ist umständlich und ineffizient. Verschiedene Anlagen helfen dabei, den Wirkstoff einzudosieren und gewährleisten dabei eine maximale Stabilisierung des Ammoniums für eine homogene Durchmischung im Fassinneren. Momentan gibt es drei Hersteller am Markt, die entsprechende Anlagen dazu anbieten:

  1. agrotop
  2. N-E-ST
  3. Kotte

Hersteller und Aufwandmengen

Von Seiten der chemischen Industrie findet man momentan drei Nitrifikationshemmer am Markt:

  • Entec FL, Firma EuroChem Agro. Aufwandmenge: zwischen 4 und 8 l/ha, je nachdem, ob als Unterfuß- (Strip-Till-)Gabe, flache oder tiefere Gülleinarbeitung mit Grubber oder Pflug.
  • N-Lock, Firma Dow. Als Aufwandmenge gibt der Hersteller 2,5 l/ha an, unabhängig von Kultur und Kulturstadium.
  • Piadin, Firma SKW Piesteritz: Hier schwankt die Aufwandmenge zwischen 4 bis 7 l/ha. Je näher der Anwendungszeitpunkt an der Hauptaufnahme der Pflanzen liegt, desto niedriger ist die notwendige Aufwandmenge.
  • Vizura, Firma BASF. Die Aufwandmenge variiert hier laut Hersteller zwischen 1 bis 3 l/ha und ist abhängig von der Einarbeitungsart und -tiefe, jedoch unabhängig von Bodentyp, flüssigem Wirtschaftsdünger und Kultur.

Fazit

  • Nitrifikationshemmer verhindern das Ausgasen von Stickstoff.
  • Sie verlangsamen die Umwandlung in Nitrat.
  • Sie verhindern die Verlagerung von Stickstoff in tiefere Bodenschichten oder ins Grundwasser.
  • Die Eindosierung von Entec Fl, Piadin, N-Lock oder Vizura ist beim Güllefass leicht möglich und lässt sich gut automatisieren.

Gülleausbringung: Diese Techniken sind noch erlaubt

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...