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Arbeitsschutz

So finden Sie den richtigen Schutzhelm

© Pfanner
Peter Richter
am
17.12.2015

Waldarbeit ist eine der gefährlichsten Tätigkeiten überhaupt. Daher ist eine Schutzhelmkombination ein absolutes Muss. Doch welcher Helm ist der Richtige?

Bei der Wahl einer Forsthelmkombination sollte die Schutzfunktion Priorität haben und erst in zweiter Linie der Gestehungspreis, denn der Helm kann schnell zum Lebensretter werden. Peter Richter schreibt in der Land und Forst, worauf es beim Helmkauf ankommt.

1. UV-Beständigkeit

Heutzutage handelt es sich beim Material für Schutzhelme um PE (Polyethylen) oder ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol). Sie sollten allerdings gegen UV-Strahlung stabilisiert sein. Beiden Werkstoffen ist gemein, dass sie mit der Zeit spröde werden und sich dadurch die Schutzfunktion des Helms verringert. Das hängt auch von der Qualität des verwendeten Kunststoffgranulats ab. Es gibt aber auch Helme, die über einen UV-Indikator verfügen: Dabei kann man an einem langsam verblassenden roten Punkt auf dem Helm den Zustand des Helmmaterials erkennen.

Die zuständige Berufsgenossenschaft empfiehlt Forstschutzhelme nach 3.500 Einsatzstunden oder spätestens nach fünf Jahren auszutauschen.

2. Belüftung des Helmes

Wegen der anstrengenden Arbeit im Forst ist eine gute Belüftung des Helms durch entsprechende Öffnungen sehr wichtig. Allerdings schränkt die Norm EN 397 ihre Zahl ein: Denn es dürfen nur so viele Lüftungslöcher oder -schlitze vorhanden sein, dass ihre Öffnungen in der Summe 450 Quadratmillimeter nicht überschreiten.

3. Komfort im Helminneren

Der sogenannte Tragekorb, also die Inneneinrichtung, besteht aus Bändern aus Kunststoff oder Stoff, der an vier oder sechs Punkten befestigt ist. Die Polsterung des Stirnbandes sollte einwandfrei sein. Der senkrechte Abstand vom Kopf zur Helmschale darf fünf Zentimeter nicht überschreiten, damit der Helm stabil auf dem Kopf sitzt. Sehr komfortabel ist eine drehbare Einhandverstellung.

4. Guter Gehörschutz

Zu jedem Forsthelm gehören auch Gehörschutzkapseln, denn eine Motorsäge bringt es durchaus auf bis zu 120 dB (A). Jedem Forstschutzhelm sollte auch ein Datenblatt beiliegen, dem die Dämmfähigkeit des Gehörschutzes zu entnehmen ist. Vielfach ist dies dann mit den englischen Bezeichnungen:

  • High (H),
  • Medium (M) und
  • Low (L) angegeben.

5. Effektiver Augenschutz

Alle Forsthelme sollten mit einem hochklappbaren Visier ausgestattet werden können. Dies kann aus Metalldraht oder einem Kunststoffnetz bestehen. Kunststoffscheiben als Visiere sind im Forst unüblich, denn sie können leicht verkratzen und mit Harz verschmieren. Das Visier sollte in heruntergeklappter Position sehr eng am Helmschirm sitzen. Gitter müssen mindestens 15 Löcher pro Quadratzentimeter aufweisen, um Kondensation zu vermeiden und ausreichende Sicht zu gewährleisten. Vor dem Kauf ist unbedingt zu prüfen, wie viel Licht das Visier noch durchlässt. 

6. Optional: Funkgerät am Helm

Einige Hersteller bieten auch Helmfunk an. Hierbei sind die Lautsprecher oder sogar das ganze Funkgerät samt Antenne in die Gehörkapseln integriert. Ein zusätzliches Mikrofon erlaubt den Sprechfunk, vielfach sprachgesteuert, so dass keine Taste zu bedienen ist. Der Helmfunk erhöht jedoch das Gewicht um rund 450 Gramm und stößt schon deshalb bei vielen Forstarbeitern auf Ablehnung.

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