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DLG-Feldtage

So lässt sich Artenvielfalt auch auf kleinen Flächen fördern

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am Mittwoch, 29.06.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Der IVA will mehr Artenvielfalt in die Agrarlandschaft bringen. Auf den DLG-Feldtagen zeigte der Verband, wie das funktionieren soll.

Auf den DLG-Feldtagen präsentierte der Industrieverband Agrar (IVA), wie sich Artenvielfalt auf dem Acker und auf den angrenzenden Flächen in der Landschaft umsetzen lässt. Laut Verband lassen sich auch auf kleinen Flächen große Effekte für die Artenvielfalt schaffen. Neben ökologischen Kriterien sollen aber auch die Interessen der Landwirte Berücksichtigung finden.

So sollen Vorteile für Insekten und Praktikern Vorteile entstehen:

„Die Herausforderungen sind regional sehr unterschiedlich. Mal sind die Bewirtschaftungseinheiten zu groß, mal ist das Spektrum der angebauten Kulturen zu eng. Umso wichtiger ist es, dass es einen Baukasten von Maßnahmen gibt, um Biodiversität regional angepasst zu fördern“, sagte IVA-Referent Dr. Jörg Müller.

Außerdem fordert der Verband die Möglichkeiten des technischen Fortschrittes zu nutzen und die Landwirte mit gezielter Biodiversitätsberatung zu unterstützen.

Diese Maßnahmen bieten Insekten und Landwirten Vorteile:

Er präsentierte auf den Ackerparzellen etwa ein Lerchenfenster im Getreidebestand, dass der Feldlerche ungestörten Raum zum Brüten verschafft. Ein sogenannter Insektenwall und eine Parzelle mit hochwertiger Blühmischung sollen auch den kleineren Feldbewohnern Platz bieten. Mit ihren zeitversetzen Blühzeitpunkten schafft sie den Bestäubern über den ganzen Sommer hinweg Nahrung und bietet darüber hinaus ein Habitat für die Insekten Insekten. 

Neben ökologischen Vorteilen bietet die Blühfläche aber auch dem Landwirt einen Mehrwert: Mit einer hohen Aussaatstärke schaffte es die Blühmischung, das Problemunkraut Melde zu auf der Fläche zu unterdrücken. Müller betonte, dass es beim Schaffen von Biodiversität auch darauf ankomme, solche für Praktiker relevanten Punkte mitzudenken.

Diese Rolle spielen nichtlandwirtschaftliche Flächen

Ein wichtiges Element in der Biodiversitätsstrategie des Verbandes spielen die sogenannten „Eh-Da-Flächen“. Sie umfassen etwa Wegesränder und Bahndämme, die sich ohnehin nicht gezielt nutzen lassen. Um mehr Biodiversität zu schaffen, will der Verband auch andere Gruppen mit in seine Strategie einbeziehen. Durch das Befolgen bestimmter Pflegemaßnahmen an Straßenrändern könnten die Gemeinden und andere Flächeneigentümer sehr zur Biotopvernetzung beitragen. Dazu benötigten aber auch sie gezielte Beratung.

Bereits im Mai hatte der Wirtschaftsverband ein Diskussionspapier zu diesem Thema auf einer Veranstaltung im brandenburgischen Nauen präsentiert. Im Kern des Papiers mit den sieben Punkten steht ein Mehr an Flexibilität und Effizienz beim Umsetzen der Biodiversitätsmaßnahmen.

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