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So läuft die Ernte in den Ostländern

© agrar-press
von , am
08.08.2013

Wie hierzulande laufen auch in den Ostländern die Mähdrescher auf Hochtouren. Polen und Rumänien werden deutlich mehr Weizen ernten als 2012, in Russland behindert Regen die Ernte.

© Mühlhausen/landpixel
Rumänien: Sehr viel Weizen und Mais für den Export
 
Rumäniens Landwirte werden in diesem Wirtschaftsjahr deutlich mehr Weizen und Mais ernten als 2012. Das ermöglicht dem Land auch deutlich mehr Exporte. Ende Juli hatte Rumänien über seinen Schwarzmeerhafen Constanta schon beträchtliche Menge Weizen in Drittländer verkauft.
 
Die EU-Kommission hat die rumänische Getreideproduktion Ende Juli auf insgesamt 20,2 Millionen Tonnen (Mio. t) (mit Mais) geschätzt. Gut die Hälfte der Gesamternte ist allerdings Mais. Die Analysten des Getreidehändlers Töpfer International schätzen die Gesamtproduktion wegen der kleineren Maisernte etwas vorsichtiger auf 17,8 Mio. t.
 
Rumänien ist nach Polen und noch vor Spanien die Nummer 5 unter den Weizenproduzenten der EU. Für die laufende Ernte hat die Anbaufläche leicht auf etwas mehr als 2,0 Millionen Hektar (Mio. ha) zugenommen.
 
Die rumänische Maisernte könnte in diesem Jahr riesig werden. Zwar wurde die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr leicht auf etwa 2,55 Mio. ha eingeschränkt jedoch sind die bislang erwarteten Erträge rund 60 Prozent (%) höher als im Dürrejahr 2012. Diese Ernte wird wohl zu großen Teilen über die Donau in andere EU-Länder exportiert.

Polen: Deutlich mehr Weizen, weniger Gerste

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Polens Weizenernte wird offensichtlich deutlich größer ausfallen als im letzten Jahr. Dagegen sind die Erwartungen an die Gerstenernte niedriger als 2012 und auch die Maisproduktion wird das sehr gute Vorjahresergebnis verfehlen. Bei der polnischen Roggenernte gehen die Meinungen noch überraschend weit auseinander.
 
Polen ist nach Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich der viertgrößte Weizenproduzent der EU. Für die laufende Ernte lag die Anbaufläche bei etwa 2,25 Mio. ha und damit wieder auf dem Stand von vor zwei Jahren.
 
Polen ist nach Deutschland der zweitgrößte Roggenproduzent der EU. Die Erwartungen an die polnische Roggenernte sind bislang keineswegs so opmistisch wie man vielleicht erwartet hatte. Auf Basis einer Anbaufläche von rund 1,10 Mio. ha könnten die polnischen Landwirte je nach Ertragslage zwischen 2,8 Mio. t (USDA) und 3,1 Mio. t (Töpfer) Roggen ernten.

Russland: Ernte verliert Tempo, Export brummt

In Russland wurden bis zum 1. August insgesamt 37,0 Mio. t Getreide geerntet. Davon waren 79 % Weizen. Im letzten Jahr hatten die russischen Landwirte bis Anfang August rund 32 Mio. t Getreide von den Feldern geholt und damit gut ein Viertel weniger.
 
Allerdings hat das Tempo der Ernte nach Aussagen des Landwirtschaftsministeriums zuletzt deutlich abgenommen. Die Erntefläche ist sogar schon kleiner als im letzten Jahr zu diesem Termin. Ursache sind offenbar die anhaltenden Regenfälle in Zentral-Russland und im Wolgagebiet.
 
Das Landwirtschaftsministerium geht zudem davon aus, dass rund zwei Millionen Hektar wegen der starken Trockenheit in einigen Regionen nicht abgeerntet werden. Dennoch bleibt das Ministerium bisher bei einer Ernteprognose von 95 Mio. t Getreide (einschließlich Mais).
Unser Marktexperte und Redaktionsleiter Marktkompass analysiert für uns heute die wichtigsten Marktgeschehnisse der Woche. Text und Podcast finden Sie heute Abend auf agrarheute.com.

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