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So will die Agrarindustrie raus aus der Defensive

Düse einer Pflanzenschutzspritze im Fokus
am
10.09.2019
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In der Diskussion um die Zukunft des Ackerbaus versucht die Agrarindustrie, mit dem Konzept der „ökologischen Schadschwelle“ aus der Defensive zu kommen.

Grundlage des Pflanzenschutzes in Deutschland müsse auch in Zukunft das Prinzip des Integrierten Pflanzenschutzes sein, erklärte der Industrieverband Agrar (IVA), der am Montag in Berlin als Angebot an die Politik ein ganzes Maßnahmenbündel für nachhaltigen und modernen Ackerbau vorstellte.

Bisher sei Entscheidungsgrundlage für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die „wirtschaftliche Schadensschwelle“. Danach beobachtet der Ackerbauer den Befallsverlauf und bekämpft erst dann, wenn der Schaden voraussichtlich höher ist als die zu erwarteten Behandlungskosten. Im Umkehrschluss bedeute dies für das Ackerbausystem: Wie viel Schadorganismendruck könnten Landwirte auch im Hinblick auf die Biodiversität tolerieren?
 
 

Zahl der Behandlungen wird minimiert

Eine ökologische Schadensschwelle würde nicht wie die wirtschaftliche Schadensschwelle den reinen Schaderregerbefall als Maß nehmen und ins Verhältnis zu den Bekämpfungskosten setzen, sondern zusätzlich den Nutzen für den Biodiversitätserhalt und -förderung berücksichtigen, erläuterte der IVA. Es seien weitere Forschungsprojekte notwendig, um solche Schadschwellen in verschiedenen Anbausystemen genau festzulegen. Dies werde den Integrierten Pflanzenschutz weiter optimieren und dazu beitragen, die Zahl der Behandlungen zu minimieren, ist man bei dem Industrieverband überzeugt.
 

 

Politik ist offen

Bei Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner trifft die Agrarindustrie mit dem neuen Konzept auf offene Ohren. Die Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln würden durch eine ökologische Schadschwelle insgesamt weniger werden. Ausfälle der Landwirte müssten dann aber finanziell abgepuffert aber werden, erklärte die Bundeslandwirtschaftsministerin in ihrer Rede zum Agrarhaushalt 2020.

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