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Sortenempfehlungen für Acker- und Kleegras 2014

© landpixel
von , am
01.10.2014

Die Vorgaben im Rahmen des Greenings machen den Anbau von Acker- und Kleegras wieder interessanter. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen gibt Sortenempfehlungen für 2014.

Die Definition und die Auslegungen des Dauergrünlandbegriffs ist für den DBV nicht eindeutig. © Mühlhausen/landpixel
Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen gibt in ihrem neuen Faltblatt Sortenempfehlungen zu Ackergras- und Kleegrasmischungen für die Saison 2014/2015. Die empfohlenen Ackerfutterbaumischungen können auf allen ackerfähigen Standorten angebaut werden, heißt es. Gute Wasserversorgung sei für alle Mischungen von Vorteil, jedoch seien Moorböden und Böden, die zur Vernässung neigen, weniger geeignet. Bei Kleegrasmischungen sei zu beachten, dass Klee hohe Ansprüche an die Kalkversorgung des Bodens stellt (mindestens pH 5,5).
 
Bei der Sortenempfehlung der Weidelgräser seien sowohl diploide als auch tetraploide Sorten berücksichtigt. Tetraploide Sorten zeichnen sich durch kräftige Einzelpflanzen mit geringerer Triebdichte, höheren Zuckergehalten, jedoch geringeren Trockensubstanzgehalten aus als diploide Sorten. Die Energiekonzentration des Aufwuchses ist bei tetraploiden Sorten etwas höher als bei diploiden.

Sortenempfehlung 2014: Ackergrasmischungen

  • A2 Grasmischung für die Frühjahrsaussaat, vornehmlich zur Schnittnutzung mit 3 bis 4 Schnitten, nicht winterfest. In der A2 ergänzen sich Einjähriges und Welsches Weidelgras sehr gut, da das Welsche Weidelgras bei Frühjahrsaussaat ein blattreiches Untergras bleibt, während das Einjährige Weidelgras schosst. Die Erträge sind jedoch stark von den Niederschlägen abhängig. Wegen der Frühjahrsaussaat kann die A2 Winterfeuchtigkeit nicht so gut nutzen wie die A1.
  • A1 Grasmischung für die Herbstaussaat mit überjähriger Nutzung, vornehmlich zur Schnittnutzung mit 4 bis 6 Schnitten. Welsches Weidelgras ist die ertragsstärkste Grasart. Dementsprechend hoch sind die Ansprüche an die Nährstoffversorgung. Es wird in der A1 Mitte September ausgesät und im folgenden Jahr genutzt. Ein weiteres Hauptnutzungsjahr bedingt Ertragsrückgänge von 25% und mehr. Die A1 muss aus mindestens drei Sorten bestehen, um eine optimale Ertragsstabilität zu gewährleisten. Der Anteil tetraploider Sorten ist nicht begrenzt.
  • A1 WZ Grasmischung für die Aussaat im Spätsommer zur Nutzung als Winterzwischenfrucht. Der Einsatz des Welschen Weidelgrases ermöglicht bei ausreichender Düngung besonders hohe Zwischenfruchterträge für die Futternutzung oder Biogasgewinnung. Um die Vorteile eines Ertragsschnittes vor der Aussaat einer Sommerung (Mais) im Folgejahr optimal auszunutzen, werden in der A1 WZ nur Sorten mit einem überdurchschnittlichen Ertragsniveau (relativ > 100) im ersten Schnitt eingemischt.
  • A3 Grasmischung für den 2- bis 3- jährigen Anbau, vornehmlich zur Schnittnutzung mit 4 bis 5 Schnitten. Der Vorteil dieser Mischung besteht darin, dass die alljährliche Aussaat einmal übersprungen wird. Die Nutzung als Weide ist mit der A3 eher gegeben als bei Verwendung der A1 und A2. Durch den Anteil des Deutschen Weidelgrases in der A3 ist die Narbe dichter und trittfester und wird weniger schnell überständig. Durch die Verwendung der aufgeführten ertragsstarken Sorten des Deutschen Weidelgrases wird die Massenwüchsichkeit der Mischung verbessert.
  • A5 Grasmischungen für den 2- bis mehrjährigen Anbau, A5 spät vornehmlich zur Schnittnutzung empfohlen, auch für Wechselgrünland geeignet. Die Standardmischungen A5 und A5 spät sind reine Deutsch Weidelgrasmischungen, für die nur die ertragsstärksten Sorten (mit einem Spitzenertragsindex aus den Landessortenversuchen der norddeutschen Landwirtschaftskammern) empfohlen werden. Der Anteil tetraploider Sorten ist nicht begrenzt.

Sortenempfehlung 2014: Kleegrasmischungen

  • A6 Kleegrasmischung für die Frühjahrsaussaat, vornehmlich zur Schnittnutzung mit 3 Schnitten, nicht winterfest. Wegen des hohen Kleeanteils ist N-Düngung nicht unbedingt erforderlich.
  • A3 plus S Rotkleegrasmischungen für den 2- bis 3- jährigen Anbau, A5 spät plus S vornehmlich zur Schnittnutzung mit 4-5 Schnitten. Bei mehr als 4 Schnitten pro Jahr nimmt der Rotkleeanteil ab dem zweiten Nutzungsjahr deutlich ab.
  • A3 plus W Rotklee- Weißkleegrasmischungen für den 2- bis 3-jäh- A5 spät plus W rigen Anbau auf allen Standorten, für vorwiegende Weide nutzung geeignet. In dem Maße, wie der Rotklee zurückgeht, gewinnt der Weißklee im zweiten Jahr an Bestandesanteilen.
  • A7 Artenreiche Kleegrasmischung für mehrjährige Schnittund Weidenutzung, hohe Nutzungselastizität. Mischung mit hoher Nutzungselastizität, aber geringerem Ertragsniveau als die vorgenannten Mischungen. Dafür ist die Ausdauer der Bestandespartner größer, da es sich vorwiegend um bevorzugte Arten des Dauergrünlandes handelt. Durch die Verwendung der aufgeführten ertragsstarken Sorten des Deutschen Weidelgrases wird die Massenwüchsigkeit der Mischung verbessert.
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