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Spanien: Trockenheit lässt Getreideernte stark schrumpfen

von , am
05.04.2012

Spaniens Getreideernte wird durch die seit November andauernde Trockenheit um ein Viertel kleiner ausfallen als im letzten Jahr.

Die geringste Bodenfeuchte vermeldet der DWD derzeit für den Raum Augsburg (Bayern), wo es seit 4. Juni nicht mehr geregnet hat. © Mühlhausen/landpixel
Erste Schätzungen des Verbandes der europäischen Getreidehändler Coceral, zeigen für die wichtigsten Kulturen einen Produktionsrückgang zwischen gut 20 Prozent und fast 40 Prozent. Das spanische Landwirtschaftsministerium hatte Ende März berichtet, dass zwischen Dezember und Februar nur 30 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge gefallen sind. Für die Spanier wäre dies die schlimmste Trockenheit seit 1947.
 
Spanien ist einer der  bedeutenden Getreideproduzenten in der EU. Das Land auf der iberischen Halbinsel war 2011 der sechstgrößte Weizenproduzent und der drittgrößte Gerstenproduzent in der Union. Bei Sommergerste sind die Spanier sogar vor Frankreich, Dänemark und dem Vereinigten Königreich der größte Produzent.

Futterversorgung muss über Importe gesichert werden

Bei Weichweizen könnte die Produktion gegenüber dem Vorjahr um fast 1,8 Millionen Tonnen (Mio. t) oder knapp 30 Prozent auf 4,2 Mio. t zurückgehen. Dabei hatten die Spanier ihre Anbaufläche sogar leicht auf 1,63 Millionen Hektar ausgedehnt.
Um gut ein Viertel kleiner ausfallen soll wegen der andauernden Trockenheit die Produktion von Durum. Mit knapp 0,9 Mio. t war Spanien im letzten Jahr nach Frankreich und Italien etwa gleich auf mit Griechenland die Nummer drei unter den europäischen Hartweizenproduzenten.
 
Die für die Versorgung der spanischen Schweineproduktion ausgesprochen wichtige Gerstenerzeugung soll in diesem Jahr um 23 Prozent oder 1,9 Mio. t auf 6,5 Mio. t zurückgehen. Die Sommergerstenproduktion schrumpft sogar um zwei Mio. t (27 Prozent) auf 5,3 Mio. t. Damit wird die Versorgung des zweitgrößten Schweinebestandes der EU wohl nur über deutlich größere Importe möglich sein. Relativ stabil bleibt nach bisherigen Schätzungen mit rund vier Mio. t lediglich die Maisproduktion. Auch die Erzeugung von Hafer und Roggen brechen um 15 bis 25 Prozent ein.

Stärkster Produktionsrückgang bei Sonnenblumen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Den stärksten Produktionsrückgang erwarten spanische Beobachter derzeit allerdings bei der Sonnenblume. Die Produktion der wichtigsten spanischen Ölsaat soll wegen der schlechten Wasserversorgung sogar um 36 Prozent also fast 0,4 Mio. t auf 0,7 Mio. t schrumpfen. Ursache sind hier neben der trockenheitsbedingten kleineren Anbaufläche vor allem auch die deutlich niedrigen Erträge.
Der Anbau von Raps oder Soja spielt in Spanien keine Rolle. Zu Futterzwecken hat Spanien in den letzten Jahren zwischen 3,5 und vier Mio. t Ölschrote importiert, davon drei Viertel aus Drittländern. Der Import von Getreide bewegte sich zwischen zwölf und 14 Mio. t, davon war etwa die Hälfte Weizen.
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