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Spargelmarkt

Spargelsaison 2022: Wo die Nachfrage fällt und wo sie steigt

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am Donnerstag, 19.05.2022 - 11:55 (Jetzt kommentieren)

Die Spargelsaison läuft derzeit auf Hochtouren. Im Saarland bleiben Spargelbauern auf ihrer Ernte sitzen bleiben. Doch in Schleswig-Holstein freuen sich die Landwirte über eine gute Ernte und eine hohe Nachfrage.

In einigen Bundesländern fahren Spargelbauern die Produktion runter

Mitte April hat die Spargelernte im Saarland begonnen. Doch bislang läuft der Verkauf schleppend. „Wir kämpfen dieses Jahr mit dem Spargelabsatz“, sagt Katharina Bernauer, Betriebsleiterin des Erdbeerlandes Ernst&Funck aus Heusweiler im Saarland.

Das Erdbeerland reagierte auf die geringe Nachfrage und stellte schon Ende April auf einem Teil der Spargelanbaufläche die Produktion ein, wie der Saarländische Rundfunk (SR) berichtete. Auch die Ernte der frühen Spargelsorte würde in diesem Jahr etwa eine Woche früher als gewöhnlich enden, teilte Bernauer dem SR mit.

Doch nicht nur die saarländischen Spargelbauern klagen über die geringen Verkaufszahlen. Sowohl der Hessische Rundfunk (HR) als auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichten, dass erste Spargelbauern in Hessen und Südbrandenburg ihre Produktion eingestellt hätten.

Die Sallgaster Spargelbau GmbH aus Elbe-Elster im Süden Brandenburgs habe bereits 50 Prozent ihrer Flächen aus der Produktion genommen, weil der Absatz zu gering sei, wie Geschäftsführer Eckhard Kuhl dem rbb mitteilte. „Wir merken es an der Direktvermarktung, wir merken es an der Zulieferung an den Lebensmitteleinzelhandel, die Bevölkerung ist zurückhaltend beim Spargeleinkauf“, so Kuhl.

Große und stabile Nachfrage in Schleswig-Holstein

Auch in Schleswig-Holstein gab es zum Saisonstart Anlaufschwierigkeiten bei der Spargelernte. Inzwischen zeigen sich die Bauern aber zufrieden: Das Wetter ist optimal, die Ernte gut und die Nachfrage groß. Heimischer Spargel erfreut sich in Schleswig-Holstein derzeit großer Beliebtheit und wird viel gekauft. „Man merkt, die Leute haben jetzt richtig Lust auf Spargel“, sagte Spargelbauer Andreas Löding dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Das hänge mit dem schönen Mai-Wetter zusammen. Es wecke Appetit auf das Saisongemüse, so der Landwirt. Zu heiß dürfe es allerdings auch nicht werden, weil dann lieber gegrillt werde. Verglichen mit den letzten zwei Pandemie-Jahren kämen laut Löding aktuell etwas weniger Käufer in den Hofladen. Auf der anderen Seite würden die Restaurants wieder größere Mengen bestellen. Dieser Markt sei pandemiebedingt teils komplett eingebrochen gewesen. „Die Lage hat sich nun wieder normalisiert“, so Löding.

Geringer Spargelabsatz: Aktuelle Krisen als Ursache vermutet

Derzeit lässt sich nur vermuten, warum weniger Menschen Spargel kaufen. Möglicherweise hänge der geringe Spargelabsatz mit der Situation in der Ukraine und steigenden Lebensmittelpreisen zusammen. „Die Menschen haben Angst, weil alles teurer ist und gehen deshalb vielleicht davon aus, dass auch der Spargel teurer ist“, so Bernauer. Dabei sei für jeden Geldbeutel etwas dabei. Der günstigste Spargel vom Erdbeerland Ernst&Funck koste derzeit 6,90 Euro/Kilo ab einer Kaufmenge von zwei Kilo Spargel.

Auch Eckhard Kuhl, Geschäftsführer der Sallgaster Spargelbau GmbH Kuhl vermutet, dass die Kunden wegen der allgemeinen Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln auf das Edelgemüse verzichten. „Die Politik macht ein Horrorszenario, dass wir uns auf schwere Zeiten einstellen müssen und das machen die Leute. Ich denke mal, auf Spargel können die Leute als Erstes verzichten. Und so wird es auch in der Gastronomie sein“, sagte Kuhl dem rbb.

„Wir können es uns eigentlich nur so erklären, dass die Leute verunsichert sind“, so Eckhard Kuhl.

Mit Material von SR, rbb, NDR, HR

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