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Spargelsaison: Erst zu kalt, dann zu nass

von , am
22.06.2012

Bonn - Die Spargelsaison endet am 24. Juni. Dieses Jahr mussten die nordrhein-westfälischen Spargelbauern und Verbraucher Geduld aufbringen.

In der KW 11 wurden 1.597 Euro bezahlt, in der KW 19 sind es 421 Euro. © Wold und Marg/pixelio
Obwohl man nach dem Kälteeinbruch im Februar und einem außerordentlich warmen und trockenen März mit einem ähnlich frühen Saisonbeginn wie im Vorjahr gerechnet hatte, waren die Erntemengen von Beginn an eher knapp. Die vorwiegend wechselhafte, kühle Witterung ließ die Temperaturen im Spargeldamm nur zögerlich ansteigen und sorgte auf diese Weise für ein langsameres Wachstum der Stangen.
 
Zu Ostern war deutscher Spargel zwar knapp, aber für Spargel-Liebhaber schon in ordentlichen Mengen und Qualitäten vorhanden, teilt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit. In diesem Frühjahr gab es keine Hitzewelle mit Temperaturen von über 30 Grad wie im Vorjahr, daher fiel die Ernte in der Saison 2012 insgesamt unterdurchschnittlich aus.

Spargelgenuss war teurer Spaß

Die Nachfrage nach den edlen Stangen wurde anscheinend auch durch das kühle Wetter von Anfang April bis Pfingsten beeinflusst; die Kunden verhielten sich beim Spargelkauf eher zurückhaltend. Die aus früheren Jahren bekannten Preisschwankungen blieben weitgehend aus. Das Preisniveau lag im Durchschnitt zwischen sechs und neun Euro pro Kilo für die erste Klasse. Nun hat für das königliche Gemüse die Erholungszeit begonnen. In den nächsten drei Monaten schießt der Spargel und bildet im Laub mit Hilfe des Sonnenlichtes Energiereserven, die ab September in die Speicherwurzeln einlagern. Dieser Vorrat sichert die Ernte für die nächste Spargelsaison.

23.000 Hektar Spargel in Deutschland

Das Saisonende startet mit warmen Temperaturen, sodass die Wachstumsbedingungen für die Anlagen zunächst günstig sind. Die Deutschen verzehren nach wie vor mit mehr als 90 Prozent am liebsten Bleichspargel. Grünspargel spielt in Gegensatz zu anderen europäischen Staaten wie Frankreich und Großbritannien hier weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. In NRW bauen knapp 450 landwirtschaftliche Betriebe auf etwa 4.100 Hektar das leckere Gemüse an. Das entspricht etwa einem Fünftel der Gesamtanbaufläche des Spargels in Deutschland von rund 23.000 Hektar.
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