Login
Ökonomie

Stickstoffdüngung: Auf das ökonomische Optimum kommt es an

LWK Nordrhein-Westfalen/Anke Fritz/agrarheute
am
18.02.2016

Bei der Stickstoffdüngung macht es Sinn auf das ökonomische Optimum zu achten. Neuere Versuchsergebnisse zeigen, dass stabile Erträge für Wintergetreide auch mit nur 2 Gaben möglich sind.

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen empfiehlt die Stickstoffdüngung nach dem ökonomischen Optimum auszurichten. Das ist erreicht, wenn die Steigerung der Düngermenge einen Ertragszuwachs bewirkt, der gerade noch ausreicht, um die steigenden Düngungskosten abzudecken. Bei einer Düngung oberhalb des empfohlenen Sollwertes steigt somit der Ertrag zwar weiter an, allerdings weniger stark als die Düngungskosten ansteigen.

Stickstoffdüngung in der Regel in 3 Gaben

Die nach der N min -Methode ermittelt erforderliche N-Menge für die gesamte Vegetationsperiode wird bei Wintergetreide und Sommerweizen im Allgemeinen in 3 Teilgaben gedüngt. Für die erste Stickstoffgabe hat sich bei Wintergetreide eine Größenordnung von 50 - 70 kg/ha Stickstoff bewährt. Abweichungen hiervon sind angezeigt bei schwach entwickelten (+ 20 kg/ha N) bzw. sehr üppigen (- 20 kg/ha N) Beständen, ohne dass sich die Gesamt-N- Menge dadurch verändert. Die restliche Stickstoffmenge wird zweckmäßigerweise auf eine Schossergabe (EC 30 - 32) und eine Spätgabe (E C 39 - 49) aufgeteilt.

Stabile Erträge bei nur zwei Düngergaben

Neuere Versuchsergebnisse zeigen auch für das Wintergetreide sehr stabile Erträge bei nur zwei Düngergaben. Dabei sollte die Startgabe zu Vegetationsbeginn 50 bis 70 % der Gesamtmenge ausmachen. Die zweite Teilgabe wird dann in EC 34 - 37 gegeben. Eine solche Aufteilung hat sich neben dem arbeitwirtschaftlichen Aspekt vor allem auf Standorten mit knapper Wasserversorgung als positiv herausgestellt. Bei frühzeitigen Gülle- oder Gärrest- gaben nach Ablauf der Sperrfrist bis Mitte/Ende Februar hat sich die Zugabe von Piadin zur Verzögerung der Nitrifikation besonders auf leichten Standorten als vorteilhaft erwiesen.

Düngungsstrategie der Witterung anpassen

Da zum Zeitpunkt der N min -Untersuchung und der Kalkulation des Düngebedarfes noch nicht abzusehen ist, wann und wie viel Stickstoff tatsächlich mineralisiert wird, muss die endgültige Düngungsstrategie bezüglich Höhe und Termin der Anschlussgabe am Witterungsverlauf ausgerichtet werden. Kalte, trockene oder nasse Witterung hemmt, hohe Temperaturen bei ausreichender Bodenfeuchte und guter Durchlüftung fördern die Mineralisation. Je nach Witterungsverlauf können evtl. höhere oder niedrigere N-Gaben als die ursprünglich kalkulierten richtig sein.

Eine unterdurchschnittliche Mineralisation oder Mineralisationsschübe lassen sich am besten an einem Düngefenster erkennen.

Neuheiten 2015: Düngerstreuer ZA-V von Amazone

Auch interessant