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Pflanzenschutzmittel

Streit um Glyphosat-Zulassung geht national weiter

Glyphosat buchstabiert auf Boden
© imago/Martin Bäuml Fotodesign
von , am
01.12.2017

Mit der EU-Wirkstoffgenehmigung für Glyphosat ist die Kuh noch nicht vom Eis. Jetzt müssen die Hersteller in Deutschland die Zulassung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel neu beantragen.

Der EU-Berufungsausschuss hat am 27. November den Vorschlag der Europäischen Kommission angenommen, die Genehmigung für Glyphosat als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln für fünf Jahre zu erneuern.

Nach dieser Entscheidung müssen nun die Mitgliedstaaten die Zulassungen der glyphosathaltigen Pflanzenschutzmittel überprüfen. In Deutschland sind nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aktuell 37 Pflanzenschutzmittel von 12 Firmen mit Glyphosat zugelassen, die unter 105 Handelsnamen vermarktet werden.

Antragsfrist von drei Monaten

Die meisten Genehmigungen sind bis Dezember 2018 befristet. Hersteller, die mit ihren Produkten auf dem Markt bleiben wollen, müssen nun innerhalb von drei Monaten eine Erneuerung der Zulassung beantragen.

Über die Anträge entscheidet in Deutschland das BVL. Dabei hat die Behörde Zeit bis Dezember 2018.

Auflagen müssen konkretisiert werden

Bei der Überprüfung müssen insbesondere die Sonderbestimmungen berücksichtigt werden, die im EU-Berufungsausschuss auf deutsches Drängen festgelegt wurden. Sie sollen den Privatanwender und die Biodiversität besser schützen.

Diese Auflagen sind aber sehr allgemein formuliert. Nun wird es darauf ankommen, wie das BVL die Formulierungen interpretiert. Das Umweltbundesamt (UBA) als beteiligte Behörde dürfte dabei versuchen, eine möglichst restriktive Linie durchzusetzen. Außerdem sind in Deutschland an dem Verfahren das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Julius Kühn-Institut beteiligt.

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