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Insektenschwund

Studie fordert kleinere Felder für mehr Wildbienen

Sandbiene auf Blüte
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Sabine Leopold, agrarheute
am
27.02.2018

Laut einer internationalen Studie wirken in einer Ackerlandschaft kleinere Felder positiv auf den Wildbienenbestand. Eine hohe Kulturenvielfalt dagegen senkt sogar die Bienenhäufigkeit.

Eine dieser Tage veröffentlichte internationale Untersuchung sollte die Einflüsse des Ackerbaus auf die Häufigkeit von Wildbienen belegen. Dafür erfassten Wissenschaftler verschiedener agrarökologischer Institute in Europa und Kanada Daten aus insgesamt 229 Landschaften in Frankreich, Deutschland, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Sie zählten bestäubende Insekten und ermittelten per Experiment die Bestäubungsleistung auf den Flächen.

Mit der Studie wollten die Wissenschaftler unter Federführung der britischen Royal Society klären, inwieweit die Größe der Ackerschläge und die Biodiversität der angebauten Kulturen die dort lebenden Wildbienenbestände beeinflusst.

Kleine Felder – mehr Bestäuber

Die Ergebnisse besagen laut Veröffentlichung, dass die Entwicklung von Wildbienenbeständen positiv beeinflusst wird, wenn die betreffende Agrarlandschaft kleinteiliger strukturiert ist. Kleine Felder und damit eine höhere Dichte von Feldrainen sorgen also für mehr Bienen und in der Folge für eine intensivere Bestäubung. 

Die Insekten zeigten zudem auf Grenzstreifen zwischen einzelnen Feldern eine höhere Aktivität als auf den Feldern selber oder auf Grenzstreifen am Rand der bestellten Fläche. 

Mehr Pflanzenarten sorgen für weniger Bienen

Unerwarteterweise hatte jedoch eine höhere Vielfalt an Kulturen auf den jeweiligen Flächen keinen positiven Einfluss auf die Wildbienen, im Gegenteil: Die Anzahl der Bestäuberinsekten nahm bei größerer Pflanzendiversität ab.

Dieses Ergebnis überraschte die Ersteller der Studie. Möglicherweise, wird in der Zusammenfassung der Veröffentlichung gemutmaßt, liege das daran, dass bei vielen verschiedenen Fruchtarten innerhalb einer Ackerlandschaft eine größere Anzahl von Kulturen mit intensiver Bewirtschaftung vorzufinden sei.

Deshalb sei bei Bestrebungen, die Vielfalt auf dem Acker zu erhöhen, besonders auf die Auswahl der Kulturen zu achten.

Weniger Wachstum und mehr Extensivierung gefordert

Im Ergebnis ihrer Untersuchungen schlussfolgern die Agrarökologen, dass eine kleinteiligere Landbewirtschaftung die Anzahl der wilden Bestäuberinsekten erhöhen könne und die Agrarpolitik deshalb einem weiteren Wachstum der Feldgrößen entgegengewirken sollte.

Zudem sei die Anzahl der intensiv gemanagten Kulturen möglichst gering zu halten.

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