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Umwelt

Studie: Klimawandel könnte Agrarfläche deutlich vergrößern

Trockenheit im Maisfeld
© agrarfoto.com
von , am
03.10.2014

Forscher haben im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass der Klimawandel die globale Agrarfläche bis zum Jahr 2100 um über 5 Millionen Quadratkilometer vergrößern könnte.

Da die Landwirtschaft ist direkt vom Klimawandel betroffen. Während wärmere Regionen unter den steigenden Temperaturen und den sinkenden Niederschlagsmengen leiden, profitieren kühlere Regionen von der Erwärmung. Mit Hilfe einer Computersimulation hätten Wissenschaftler im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass im Jahr 2100 rund 5,6 Millionen Quadratkilometer zusätzliche Agrarfläche zur Verfügung stehen könnte. Diese befinden sich jedoch größtenteils auf der Nordhalbkugel.

Agrarflächen auf der Nordhalbkugel profitieren vom Klimawandel

Bei der Simulation verknüpften die Forscher sieben Parameter aus verschiedenen Quellen, darunter Klimadaten- und Wetterdaten sowie Bodeninformationen. Die Computersimulation hat berechnet, dass der Wachstumszyklus von Mais im Jahr 2100 in Deutschland infolge des Klimawandels rund 23 Tage früher einsetzen könnte.

Klima beeinflusst Wachstums- und Erntezyklen

Bei der Entwicklung der zu erwartenden landwirtschaftlichen Erträge, die im Zusammenhang mit der Bodenbeschaffenheit und -qualität wie auch den Klima- und Wetterbedingungen stehen, prognostizierten die Forscher eine ähnliche Entwicklung wie beim Flächenzuwachs. Während die Ernteerträge infolge von verkürzten Wachstums- und Erntezyklen und sinkenden Niederschlägen auf der Südhalbkugel und im Mittelmeerraum zurückgingen, verlängerten oder verschiebten sich diese in den nördlichen Regionen und Staaten wie China, Indien, Japan und Russland. Dort könnte sich die Zahl der Ernten auf bis zu drei pro Jahr erhöhen.

 

Mehr Agrarflächte bedeutet nicht automatisch mehr Ertrag

Bei der Bewertung der Bodenqualität und -beschaffenheit stellten die Forscher zudem fest, dass diese bis zum Jahr 2100 insgesamt zurückgehen werde. So werde die Zahl der besonders gut für die Landwirtschaft geeigneten Flächen reduziert, während die Zahl der bedingt bis mäßig geeigneten Flächen in größerem Maße zunehmen werde. Neben den zu erwartenden Klima- und Wetterbedingungen waren bei der Bewertung verschiedene Standortfakturen, wie zum Beispiel der Salzgehalt im Wasser (Salinität), der pH-Wert oder der Gehalt an organischem Kohlenstoff im Boden ausschlaggebend. Hochrechnungen zufolge, werden im Jahr 2100 rund 12 Milliarden Menschen auf der Erde leben.

Klimawandel erfordert neue Anbaustrategien

Die Forscher betonten in ihrer Studie, dass ein Rückgang an landwirtschaftlich nutzbarer Fläche nicht durch eine expansive Flächenausweitung auf Kosten von Wäldern und geschützten Gebieten aufgefangen werden würde. Die Computersimulation verdeutliche, dass eine Zunahme der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche nicht automatisch höhere Erträge nach sich ziehe, da neue Anbauregionen neue Rahmenbedingungen setzten, an die sowohl die Pflanzen als auch die Anbaustrategien und Praktiken angepasst werden müssten.

Mit Material von Pflanzenforschung.de

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