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Pflanzenschutzmarkt

Syngenta: Was sich seit dem Verkauf nach China getan hat

Behandlung von Weizen
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
23.03.2018

Der Schweizer Konzern gehört jetzt den Chinesen, das Geschäft stagniert. Es sind aber neue Pflanzenschutzmittel kurz vor der Einführung. Ein Update aus Basel.

Der Verkauf von Syngenta an ChemChina ist abgeschlossen, auf das Tagesgeschäft hat dies aber wenig Einfluss, berichtete Geschäftsführer Dr. Manfred Hudetz bei der Präsentation der neuesten Unternehmenszahlen. „In der Zentrale in Basel merken wir nicht, dass wir einen neuen Besitzer haben.“

Zwar hat der Schweizer Konzern im Zuge der Fusion einige Präparate an andere Unternehmen abgeben müssen, etwa Fusilade an Nufarm und Seguris und Bontima an Adama.

Die Einführung neuer Produkte, wie das Getreidefungizid Elatus und das neu zugelassene Getreideherbizid Avoxa, würde die Umsatzverluste aber ausgleichen.

Pflanzenschutzgeschäft stagniert

Weltweit hat Syngenta 2017 rund 12,7 Mrd. US-Dollar Umsatz erwirtschaftet, davon 9,7 Mrd. Dollar (-3 Prozent) im Pflanzenschutzgeschäft und 3 Mrd. Dollar (+6 Prozent) mit Saatgut. „Das letzte Jahr war im Pflanzenschutzmarkt aufgrund ungünstiger Witterung und verzögerter Aussaat weltweit schwierig“, erläutert Hudetz.

Vor allem in Westeuropa war das Geschäft rückläufig, in Osteuropa und Russland dagegen leicht steigend, ebenso in Nordamerika und Asien mit 1 bis 2 Prozent Wachstum. In Südamerika muss der Konzern Einbußen von -15 Prozent verzeichnen.

Im Saatgutgeschäft sind die Schweizer vor allem mit Mais und Soja in Nordamerika im Wachstum (+12 Prozent), in Europa ist vor allem der Osten mit Sonnenblumen stark (+ 5 Prozent).

Zulassungsstau: 700 Anträge warten

In Deutschland kritisiert Hudetz den Zulassungsstau für neue Pflanzenschutzmittel. Zwar wären im vergangenen Jahr mit 139 Genehmigungen mittlerweile fast so viele Anträge genehmigt wie eingereicht wurden. „Das ist doppelt so viel wie noch in den vergangenen Jahren.“

Der Berg von über 700 wartenden Anträgen werde dadurch aber kaum kleiner. „Die Situation wird sich durch Glyphosat nicht verbessern“, erwartet der Deutschland-Geschäftsführer. „Hier stehen hunderte Neuzulassungen an und der Brexit mit der Abgabe von Anträgen aus Großbritannien wird die Situation noch verschärfen.“

"Deutschland verliert seine Zulassungskompetenz"

Erfreulich sei, dass das Problem erkannt sei und den deutschen Behörden zusätzliches Personal zugesagt sei. Das Unternehmen wünsche sich aber einen stärkeren Fokus auf die in Deutschland eingereichten Anträge. „Ansonsten verliert Deutschland an Zulassungskompetenz.“

Die Auswirkungen der neuen Bundesregierung will Hudetz zunächst abwarten. „Das Kompetenzgerangel zwischen den Ressorts Agrar und Umwelt und die Instrumentalisierung  des Zulassungsverfahrens für umweltpolitische Ziele müssen aber aufhören.“ Ziel müsse sein, die Pflanzenschutzmittelzulassung unter einem Dach zu bündeln.

Neue Pflanzenschutzmittel von Syngenta

Syngenta ist mit einigen neuen Getreidepräparaten auf dem Markt beziehungsweise im Zulassungsverfahren:

  • Das Getreideherbizid Avoxa wurde Anfang März in Deutschland in Winterweizen, -roggen und –triticale zugelassen. In Gerste ist das Gräsermittel nicht erlaubt. Durch die Kombination der Wirkstoffe Pinoxaden und Pyroxsulam soll es ein Instrument zur Resistenzvorbeugung bei Ackerfuchsschwanz, Windhalm und Trespen sein. Es ist im Frühjahr von BBCH 13 bis 32 zugelassen.
  • Mit dem Herbizidpack Boxer Cadou SC kombiniert der Anbieter Prosulfocarb und Flufenacet zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz im Herbst. Er eignet sich damit besonders als Resistenzbrecher.
  • Das Getreidefungizid Elatus mit dem Carboxamidwirkstoff Solatenol ist seit März 2017 zugelassen.
  • Die Getreidebeize Vibrance mit dem fungiziden Wirkstoff Sedaxane wartet in Deutschland noch auf die Zulassung. In den USA ist sie seit drei Jahre auf dem Markt; Schwerpunkt ist Schneeschimmel.
  • Der Wirkstoff Adepidyn ist ein neues Fungizid aus der Gruppe der Carboxamide. Nach der Markteinführung in Argentinien erwartet das Unternehmen die Zulassung für 2020/21. Bekämpfungsschwerpunkt ist Ährenfusarium in Getreide.

Neues aus der Hybridzüchtung

Mit SY Galileoo und SY Baracooda sind seit wenigen Tagen zwei neue Syngenta-Hybridgersten zugelassen. Sie sollen im Vergleich zu den bisherigen Hybriden 3 bis 5 Prozent stabilen Mehrertrag und damit den lang erwarteten deutlicheren Ertragsvorsprung gegenüber den Liniensorten bringen.

  • SY Galileoo soll besonders winterhart, ertragsstabil und blattgesund sein und
  • SY Baracooda als Einzelährentyp gute Noten mit hl-Gewicht und beim TKG bringen.

Die Hyvido-Ertragsgarantie für Hybridgerste läuft mit der Ernte 2018 aus, das Programm wird nicht verlängert.

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