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Thailändische Flutkatastrophe treibt Reispreise in die Höhe

von , am
03.11.2011

München - Die Flutkatastrophe in Thailand beeinflusst nicht nur auf das lokale Reisangebot, sondern könnte sich auch auf den internationalen Getreidemarkt auswirken.

"Und der berühmte Sack Reis in China geht uns doch was an!" - unter diesem Motto findet ein Semiar zum Handel mit Agrarrhostoffen statt. © Dieter Schütz/pixelio
Zum einen ist Thailand der größte Exporteur des weltweit zweitwichtigsten Nahrungsgetreides, dem Reis, und größere Ausfälle bei den Exporten bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die globale Versorgungslage. Zum anderen könnten sich größere Veränderungen der Angebotsverhältnisse bei Reis am Ende auch auf den Weizenmarkt auswirken, denn Weizen ist das wichtigste Substitut. Nach Angaben thailändischer Behörden sind derzeit 1,4 Mio. ha Reisfläche von den Fluten und Zerstörungen der tropischen Stürme betroffen. Das entspricht einer Menge von 4,6 Mio. t Reis (milled). Bei einer zuletzt erwarteten Rekordproduktion von 21,3 Mio. t rechnete man mit einer thailändischen Exportmenge von 8 Mio. t.

Thailand liefert ein Viertel der weltweiten Exporte

Flut- und Sturmschäden aus den Reisanbaugebieten meldet man außerdem auch Kambodscha, Laos und auf den Philippinen. Weltweit sah es bisher indessen nach einem Rekordernte und einer guten Versorgunglage bei Reis aus. Einer Produktionsmenge von 461 Mio. t stand ein Verbrauch von 458 Mio. t gegenüber. Das erwartete Exportvolumen lag bei knapp 33 Mio. t. Auf Thailand entfällt damit rund ein Viertel der gesamten globalen Exporte. Weitere wichtige Exporteure sind Vietnam (6,7 Mio. t), Indien (4,5 Mio. t), Pakistan (3,8 Mio. t), die USA (3 Mio. t) und Kambodscha (1 Mio. t). Wegen der erwarteten Produktionsausfälle zogen die Reispreise am Weltmarkt zuletzt deutlich an. Aus Thailand meldet man letzte Woche einen Preisanstieg um 13 % auf rund 625 USD/t und am Terminmarkt in den USA kletterte Reispreis sogar um fast 20 %.

Produktionsausfall kann teilweise noch kompensiert werden

Allerdings kann der thailändische Produktionsausfall teilweise noch kompensiert werden. Zum einen haben die Thailänder selbst noch die Möglichkeit eine zweite Ernte (Aussaat im Dezember) einzubringen. Außerdem erwarten andere große Exporteure wie Vietnam und Indien sehr gute Ernten und könnten ihre Exporte möglichweise noch steigern.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
 
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