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Dürremonitor

Trockenheit: Bundesweit schon jetzt wieder außergewöhnliche Dürre

ausgetrockneter Oberboden
am Montag, 25.05.2020 - 08:18 (Jetzt kommentieren)

Der Dürremonitor steht fast flächendeckend auf dunkelrot. Welche Regionen sind besonders getroffen und wie geht es den Pflanzen?

Seit Wochen fehlt in den allermeisten Regionen Deutschlands Regen. Das Frühjahr hatte mit extremen Niederschlägen noch gute Hoffnungen auf ein nicht so trockenes Jahr wie 2018 und 2019 gemacht. Doch danach blieb im April und Mai der benötigte Niederschlag größtenteils aus.

Hinzu kamen teils starke Winde und hohe Temperaturen. Die Berater vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) und der Dürremonitor des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ) geben einen Überblick über die momentane Situation.

Lesen Sie auch unser Topthema: Trockenheit - droht der Landwirtschaft ein drittes Dürrejahr in Folge?

Nutzbare Feldkapazität: Welkepunkt ist teilweise erreicht

Die nutzbare Feldkapazität (nFK) am 23. Mai 2020

Die nutzbare Feldkapazität (nFK), also das pflanzenverfügbare Wasser, liegt in einem Streifen quer über das mittlere Deutschland vom Niederrhein bis zur Oder und bis Mecklenburg-Vorpommern fast flächendeckend unter 30 Prozent (Trockenstress), teilweise sogar nur knapp über 0 Prozent, dem Welkepunkt.

Trockenstress beginnt bereits bei unter 50 Prozent nFK, dieser Wert ist im gesamten Bundesgebiet bis auf die Höhenlagen und in Teilen Schleswig-Holsteins unterschritten.

Gesamtböden: „außergewöhnliche Dürre“

Der Dürremonitor für den Gesamtboden vom 23. Mai 2020

Der genauere Blick auf die Bodenfeuchte im Gesamtboden bis 1,80 m Tiefe lässt erahnen, was noch bevorstehen könnte:

Für beinahe die gesamte Osthälfte Deutschlands und nahezu den gesamten Süden ist bereits die höchste Stufe (dunkelrot) der Dürremonitorskala erreicht: „außergewöhnliche Dürre“.

Für die restlichen Regionen zeigt der Dürremonitor orange (schwere Dürre) bis rot (extreme Dürre).

Pflanzen zeigen Trockenstress

Erste Symptome der Dürre sind in den meisten Kulturen bereits zu finden: Weizen, Raps und Gerste lassen in den meisten Regionen bereits trockenstressbedingte Symptome erkennen. Die Marktexperten rechnen mit noch gravierenderen Auswirkungen als 2019.

„Die Zuckerrübe zeigt sich vielerorts jedoch noch standhaft“, berichten die LIZ-Experten. „Aufgrund ihrer inzwischen bereits tiefgehenden Wurzeln und dem geringen momentanen Wasserbedarf bleibt sie noch gesund und stimmt optimistischer. Dass die Zuckerrübe eine der wenigen Kulturen ist, die gut mit Dürre umgehen kann hat sie ja bereits letztes Jahr beeindruckend gezeigt.“

Diese Woche ist kein Regen in Sicht

Die nächsten Wochen sind noch ungewiss. Am vergangenen Wochenende brachte der geringe Niederschlag vor allem für den Norden nur oberflächliche Entspannung. In der neuen Woche ist mit keinem nennenswerten Niederschlag zu rechnen.

Ob dieses Jahr das dritte Dürrejahr in Folge wird, bleibt daher ungewiss. Dagegen ist eines klar: Extreme Wetterlagen werden in Zukunft zunehmen.

Auf agrarheute finden Sie das Agrarwetter für Ihre Region.

Mit Material von UFZ, LIZ
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