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Trockenheit: In diesen Regionen brechen die Erträge ein

von , am
18.06.2015

Die Niederschlagsverteilung in Deutschland ist extrem unterschiedlich. Während es in den vergangenen Wochen im Osten viel zu trocken war, regnete es in Bayern viel zu viel. In einigen Regionen müssen die Landwirte Ertragseinbußen hinnehmen.

Wegen der knappen Niederschläge im Frühjahr fürchten die deutschen Bauern um ihre Ernte. "Es gibt Regionen, da hat es im April, Mai nur ein paar Millimeter geregnet", sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Osten Deutschlands sei es viel zu trocken gewesen. Nun komme es darauf an, wie sich die zweite Juni-Hälfte entwickele. Rukwied zeigte sich aber sicher: "Dort, wo nur 10 bis 15 Prozent der Niederschläge gefallen sind, werden wir deutliche Ertragseinbußen bei Getreide und Raps haben." Im südlichen Bayern und Baden-Württemberg habe es hingegen viel zu viel geregnet.

Regendefizit von 50 Prozent im Osten

Der Leiter der Pflanzenbau-Beratung bei der Agravis Raiffeisen AG war in den vergangenen Wochen im gesamten Arbeitsgebiet der Agravis unterwegs, um sich selbst einen Eindruck von der Lage zu verschaffen. Besonders extrem sei die Lage inBrandenburgund in Sachsen-Anhalt, die Region nördlich von Hannover sei betroffen, ebenso wie das Münsterland, Westfalen allgemein sowie auch die Soester Börde - trotz guter Böden. "Die Böden beziehungsweise die Pflanzen müssen auf Reserven aus den Wintermonaten zurückgreifen", erklärt Schulze Eilfing. Doch diese seien zu gering, um die Pflanzen dauerhaft optimal zu versorgen. Besonders im Osten Deutschlands, wo rein statistisch ein Regendefizit von mehr als 50 Prozent besteht, werden zunehmend Ernteeinbußen befürchtet.

Totalausfälle in Hessen

Ernteverluste von 30 Prozent und mehr sind auf den hessichen Felden zu erwarten, bei einzelnen Kulturen ist sogar mit einem Totalausfall zu rechnen. Für die Getreide- und Grünlandflächen wäre eine Beregnung nur schwer umsetzbar und vor dem Hintergrund der aktuell niedrigen Preissituation auch völlig unrentabel, erklärt der Präsident des Hessischen Bauernverndes, Friedhelm Schneider "Wenn in den kommenden Tagen der angesagte Regen ausbleibt, wird sich auch beim Wintergetreide die Situation deutlich verschärfen.
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