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Trockenheit drückt Getreide- und Maisernte

von , am
10.08.2015

Die Hitze und anhaltende Trockenheit zollt ihren Tribut. Die Getreide- und Maisernte wird vermutlich deutlich kleiner ausfallen. In Regionen wie Rheinland-Pfalz drohen beim Mais sogar Totalausfälle.

Die Weizenpreise fallen weiter. Momentan liegen sie 12 Prozent unter dem Vorjahr. © Rebecca Kopf/agrarheute.com
Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd rechnet mit zehn bis 40 Prozent Ertragseinbuße beim Mais. "Wenn es nicht mehr regnet, kann es auch bei einigen Bauern zu einem Totalausfall kommen", sagte die Geschäftsführerin Andrea Adams der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Getreideernte erwartet der Deutsche Bauernverband einen Verlust von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach 52 Millionen Tonnen Getreide im vergangenen Jahr hätten die Bauern diesen Sommer nur 47,15 Millionen Tonnen geerntet. Es gibt jedoch regional große Unterschiede.
 
Bei der Wintergerste führt die Trockenheit zum Beispiel in der Mitte Deutschlands zu starken Einbußen. Sehr gute Erträge in Norddeutschland und im äußersten Süden, wo mehr Regen fiel, machen diese aber zum Teil wett.

Frankreich: Gute Ernte

Frankreichs Getreideernte scheint nicht zu sehr unter der Trockenheit gelitten zu haben. Der durchschnittliche Ertrag bei Weichweizen wird in diesem Jahr auf 75,47 dt/ha geschätzt. Damit übersteigt er deutlich den Fünfjahresdurchschnitt von 72,6 dt/ha. Tatsächlich kam die Hitze zu spät, da war der Entwicklungszyklus der Pflanzen bereits weitestgehend abgeschlossen. Die geringe Belastung durch Krankheiten und Schädlinge trägt dem Ergebnis bei. Letztendlich haben sich die schwierigen Wetterbedingungen lediglich in Regionen mit ohnehin schwachem Ertragspotenzial niedergeschlagen.

Russland: 111 Millionen Euro Schaden

In Russland sind bislang 1,7 Millionen Hektar landwirtschaftliche Kulturen durch die Trockenheit verloren gegangen. Das Moskauer Landwirtschaftsministerium schätzt den finanziellen Schaden vorläufig auf umgerechnet fast 111 Mio. Euro, teilte der Ressortpressedienst vor kurzem mit. Betroffen sind insgesamt neun Föderationssubjekte, darunter mehrere an der Wolga liegende Provinzen. Nach Schätzung des Ministeriums, dürften die Dürreschäden bei Getreide durch die guten Ernteergebnisse in Krasnodar und anderen wichtigen Anbauprovinzen am Schwarzen Meer ausgeglichen werden.

Rumänien: Zwei Milliarden Euro Verlust

Anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen machen aktuell auch der rumänischen Landwirtschaft schwer zu schaffen. Der nationale Bauernverband (LAPAR) schlug in der vergangenen Woche Alarm und bezifferte die Verluste auf landesweit voraussichtlich zwei Milliarden Euro. Bei einer Forstsetzung der bisherigen Wetterlage müsse mit noch darüber hinaus gehenden Schadenssummen gerechnet werden, erklärte LAPAR-Präsident Laurentiu Baciu. Die Situation sei katastrophal. In einigen Regionen sei bereits seit April kein Regen mehr gefallen. Inzwischen habe es aus einzelnen Landesteilen Meldungen über Totalverluste bei Getreide gegeben. Für ganz Rumänien sei diesen Sommer von einer nur halb so großen Getreideernte wie im Vorjahr auszugehen. Für die Gesamtagrarproduktion Rumäniens prognostizierte Baciu ein Minus von bis zu 30 % in diesem Jahr.
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