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Getreideernte

Trockenheit nagt an den Getreideerträgen

Durch Trockenheit gerissener Boden
Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
28.06.2017

Der trockene Sommeranfang beschert laut EU-Meteorologen niedrigere Getreideerträge, vor allem Spanien und Frankreich sind betroffen und der Westen Deutschlands.

So geht der jüngste Prognosebericht der EU-Meteorologen (MARS) nun nur noch von einem durchschnittlichen Weizenertrag von 5,61 t/ha aus. Das sind 0,9 Prozent weniger als noch vor vier Wochen geschätzt. Noch stärker sollen die Gerstenerträge sinken. Sie fallen nun um 1,3 Prozent niedriger aus als Ende Mai. Vor allem bei Sommergerste sollen die Erträge nicht einmal mehr die 4 t/ha-Marke erreichen. Das sind 2,5 Prozent weniger als vor vier Wochen erwartet und über sechs Prozent weniger als in fünfjährigen Schnitt.

Prognose für Deutschland

Über Deutschland berichtet MARS, dass die Witterungsbedingungen von Mitte Mai bis Juni in den meisten Regionen gut waren. Die Winterkulturen haben sich seit dem gut entwickelt. Größere Niederschlagsdefizite beobachtete MARS zuletzt in Teilen Nordrhein-Westfalens, in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Hessen und Thüringen. Die Prognose: Mit 6,53 t/ha werden die Landwirte über zwei Prozent weniger dreschen als 2016 und fast 4 Prozent weniger als im mehrjährigen Mittel. 

Katastrophale Gerstenernte in Spanien

Die Hitzewelle wirkt sich auch auf die Gerstenerträge in Spanien und Frankreich aus. Laut EU-Prognose werden die Spanier nur noch 2,19 t/ha und mit Ertragsverlusten von fast 40 Prozent gegenüber 2016 rechnen müssen. Damit wird Spanien einen hohen Zufuhrbedarf an Futtergetreide haben.

Frankreich wird zwar mit 6,12 t/ha die niedrigen Vorjahreserträge um 13 Prozent übertreffen, aber das Fünfjahresmittel um fünf Prozent verfehlen.

Schlechte Roggenerträge

Unterdurchschnittliche Roggenerträge erwarten die EU-Experten für Spanien, Deutschland, Schweden und Finnland. In Deutschland soll der Roggenertrag mit 5,46 t/ha knapp 2 Prozent schwächer als im Vorjahr ausfallen und den Fünfjahresschnitt um über 4 Prozent unterschreiten. 37 Prozent schwächer (1,58 t/ha) sind die Roggenerträge in Spanien aufgrund der Trockenheit und Hitzewelle. In Schweden sinken die Erträge gegenüber dem Vorjahr um knapp vier Prozent. Den mehrjährigen Schnitt verfehlen sie dort um fast 5 Prozent.  

Insgesamt werden die Landwirte mit 3,77 t/ha drei Prozent weniger Roggen ernten als 2016. Auch das Fünfjahresmittel verfehlt man damit um 3 Prozent. Damit wird die EU-Roggenbilanz sehr eng bleiben.

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