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Ernte

Trockenheit: Noch keine Entspannung in Sicht

Massive Bodenrisse durch Trockenheit
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
07.06.2018

Die anhaltende Trockenheit macht den Ackerbauern zunehmend Sorgen. Bis zu 200 l/qm fehlen. Hier unser Regionalcheck für die gebeutelten Regionen im Norden.

Die Situation auf dem Acker wie auf dem Grünland im Norden spitzt sich zu. Seit Anfang April fehlen je nach Region bis zu 200 l/qm Regen, berichtet die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen. Die Beregnungskanonen laufen auf Volllast.

Letzte Woche gab es zwar zahlreiche und teils ergiebige Gewitterniederschläge. Die beschränkten sich im Wesentlichen aber auf den Süden Niedersachsens und brachten vor allem Verschlämmung und Erosion.

„Einheitliche Aussagen zu den Niederschlägen für größere Regionen sind kaum zu treffen, weil die Regenmengen schon auf kürzeste Entfernungen stark variierten“, sagen die Berater der LWK. „Der Unterschied zwischen 70 l/qm und 5 l/qm betrug manchmal nur wenige Kilometer.“

Das Ausmaß der Ernteeinbußen bei den verschiedenen Kulturen ist derzeit noch nicht zu beziffern. Besonders bei Getreide und Raps sagen die Fachleute der LWK bereits heute für weite Teile des Nordens eine schlechte Ernte voraus.

Leichte Standorte Nordhannover

Nördlich von Hannover hat es entlang der A7 praktisch keinen Regen gegeben. Ohne Beregnung ist von starken Verlusten im Getreide auszugehen. In Einzelfällen kann eine vorzeitige Ernte als GPS-Getreide eine Notlösung sein.

Mais ist die nächste Kultur, die zusätzliches Wasser durch Beregnung benötigt.

In der Folge wird Getreide zunehmend weniger intensiv beregnet, da die Technikkapazitäten vielerorts begrenzt sind. Eine häufige Ausnahme ist die Sommerbraugerste.

Südhannover und Region Braunschweig

Punktuell gab es in den letzten Tagen Starkregen, teils mit Hagel. Trotzdem ist zum Beispiel im südlichen Göttingen die Wasserversorgung weiter sehr angespannt.

Die LWK-Berater berichten: „Die Wintergerste wird auf den schlechten Ecken des Ackers schon gelb. Der Weizen ist auf tonigen-flachgründigen Teilflächen bereits verbrannt, also irreversibel geschädigt.“

Westliches bis mittleres Niedersachsen

Die Bestände auf den leichten Geestböden sehen sehr schlecht aus.

Nicht viel besser die Situation in der Wesermarsch im Binnenland. Besonders bei späteren Saaten und nach Bodenverdichtungen und Strukturschäden kommt es zu Trockenstress.

Noch relativ gut stehen die Bestände auf den milden Lehmböden zwischen Syke, Twistringen, Asendorf und Bruchhausen-Vilsen.

Küstenmarsch

Hier spielen Trockenschäden vielfach noch keine Rolle. Es fiel großräumig ausreichend Regen.

Allerdings zeigen die Pflanzen dort erste Anzeichen von Trockenstress, wo die Böden im nassen Herbst nur unter Schwierigkeiten bearbeitet werden konnten und die Bodenstruktur litt.

Grünland

Der erste Schnitt konnte unter guten Bedingungen mit guten Erträgen geborgen werden. Der zweite Aufwuchs leidet massiv unter dem ausbleibenden Regen.

Das zur Ernte anstehende Grünland ist oft nur dürftig entwickelt. Der Regen fiel örtlich sehr unterschiedlich, damit variieren auch die Erntemengen regional stark.

Wie sich die folgenden Aufwüchse entwickeln werden, ist noch nicht absehbar.

Mit Material von LWK Niedersachsen

Vermarktung Live: So trocken sind die Felder im Norden

trockenes Weizenfeld Mai 2018
trockenes Weizenfeld
Trockenes Feld im Mai 2018
Lücken im Feld
Trockenes Feld
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