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Düngeverordnung

Trotz Güllesperrfrist-Ende: Keine Düngung auf gefrorenen Flächen

Gülle im Winter
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Eva Eckinger, agrarheute
am
10.02.2018

Am 01. Februar endete die Sperrfrist für N-haltige Düngemittel. Dabei gilt es trotz voller Güllelager neben Fachlichem auch einige rechtliche Vorschriften zu beachten. Teil 2: Gefrorene Flächen.

Am 01. Februar endete die Sperrfrist für N-haltige Düngemittel. Mit der nun in Kraft getretenen Novellierung der Düngeverordnung wurden die Regeln zur Aufbringung von Düngern auf nicht aufnahmefähigen Böden konkretisiert. Grundsätzlich dürfen stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel nicht aufgebracht werden, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt ist.

Selbst wenn auf vielen Betrieben die Gülle-Lager im Moment bis zur Kapazitätsgrenze gefüllt sind, müssen Landwirte diese rechtlichen Vorschriften dennoch einhalten.

Gülleläger bis zur Kapazitätsgrenze gefüllt

Die Lwk Niedersachsen empfiehlt, den Ausbringzeitpunkt für die erste N-Gabe so zu wählen, dass der Stickstoff zum Vegetationsstart zur Wirkung kommt. Dies gelte für mineralische sowie organische Dünger. Auch Aspekte der Befahrbarkeit und Bodenschonung sind natürlich zu berücksichtigen. Im ersten Teil unserer Regeln zur Aufbringung von Düngern ging es um wassergesättigte Flächen. In Teil zwei beschäftigen wir uns mit gefrorenen Böden.

Düngen auf gefrorenem Boden: Fünf Bedingungen

Die Düngung bei gefrorenem Boden ist bei Landwirten beliebt, da sie aus produktionstechnischer Sicht Vorteile bietet, so die Lwk Niedersachsen: In der Regel sind die gasförmigen N-Verluste gering, es werden keine Spurschäden verursacht und zudem werden die Strassen nicht oder kaum verschmutzt.

Gemäß der neuen Verordnung ist eine Düngung bei gefrorenem Boden nur zulässig, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

1. der Boden wird durch Auftauen am Tag des Aufbringens aufnahmefähig: Die oberste Bodenschicht taut soweit auf, dass ein Einsickern des Düngers in den Boden gewährleistet ist.

2. ein Abschwemmen in oberirdische Gewässer oder auf benachbarte Flächen ist nicht zu besorgen: Damit scheiden stark hangige Flächen nahezu aus. Der Landwirt muss dafür sorgen, dass auch bei einsetzendem Tauwetter und Niederschlägen kein oberflächiger Abfluss passieren kann. Insbesondere wenn Gülle oder Gärreste mit geringen Trockensubstanzgehalten aufgebracht werden und der Getreidebestand nur schwach entwickelt ist (Spätsaaten), ist ein Abfließen kaum zu verhindern.

3. der Boden trägt durch Einsaat einer Winterkultur oder von Zwischenfrüchten im Herbst eine Pflanzendecke (=wachsende Kulturpflanze) oder es handelt sich um Grünland: Damit soll einer Abschwemmung vorgebeugt werden. Abgefrorene Zwischenfrüchte gelten nicht als Pflanzendecke!

4. andernfalls bestände durch das Befahren die Gefahr einer Bodenverdichtung und von Strukturschäden.

5. Die Aufbringmenge ist auf max. 60 kg Gesamt-N je ha beschränkt.

Frost: Ausnahme für Mist von Huf- und Klauentieren

Bei Dauerfrost ist eine Düngung nicht zulässig. Für Mist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost und Pilzsubstrate gelten jedoch Ausnahmen. So kann hierbei mehr als 60 kg Ges.-N je Hektar ausgebracht werden und die Bedingung eines oberflächigen Auftauens muss ebenfalls nicht erfüllt werden.

Das bedeutet, dass auch bei Dauerfrost Mist von Huf- und Klauentieren gestreut werden kann, solange eine grüne Pflanzendecke vorhanden ist und keine Abschwemmungsgefahr herrscht. Für Geflügelmiste und feste Gärreste gelten diese Ausnahmen allerdings nicht!

Mit Material von Lwk Niedersachsen

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