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Düngungeverordnung

Trotz Güllesperrfrist-Ende: Keine Düngung auf wassergesättigten Böden

Nasse Flächen im Winter
© ah/Sören Pahl
von am
01.02.2018

Heute endet die Sperrfrist für N-haltige Düngemittel. Dabei gilt es trotz voller Güllelager neben Fachlichem auch einige rechtliche Vorschriften zu beachten. Teil 1: Wassergesättigte Flächen.

Betriebe, die auf Antrag die Sperrfrist verschoben haben, dürfen bereits seit dem 16. Januar organische Dünger auf Grünland ausbringen. Wo Landkreise die Frist im Herbst nach hinten verschoben haben, heißt es noch warten. Für alle anderen Landwirte endet am 01. Februar die allgemeine Sperrfrist für N-haltige Düngemittel. Bei günstigen Bodenverhältnissen darf nun also Grünland, Ackergras sowie Wintergetreide und Winterraps mit Stickstoff versorgt werden, erklärt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK).

Güllelager bis zur Kapazitätsgrenze gefüllt

Die LWK Niedersachsen empfiehlt, den Ausbringzeitpunkt für die erste N-Gabe so zu wählen, dass der Stickstoff zum Vegetationsstart zur Wirkung kommt. Dies gelte sowohl für mineralische als auch für organische Dünger. Auch Aspekte der Befahrbarkeit und Bodenschonung sind natürlich zu berücksichtigen.

Zusätzlich zu diesen fachlichen Punkten gibt es rechtliche Vorschriften. Selbst wenn auf vielen Betrieben die Güllelager im Moment bis zur Kapazitätsgrenze gefüllt sind, müssen Landwirte diese dennoch einhalten.

Konkrete Regeln zur Aufbringung von Düngern

Mit der nun in Kraft getretenen Novellierung der Düngeverordnung wurden die Regeln zur Aufbringung von Düngern auf nicht aufnahmefähigen Böden konkretisiert. Grundsätzlich dürfen stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel nicht aufgebracht werden, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt ist.

Keine Düngung auf wassergesättigten Flächen

Als überschwemmt oder wassergesättigt gelten:

  • Flächen, die daran erkennbar sind, dass auf freier, ebener Fläche (nicht Fahrspuren) Wasserlachen sichtbar sind
  • oder beim Formen des Bodens (außer Sand) Wasser austritt
  • beziehungsweise die Befahrbarkeit bei frostfreiem Boden nicht möglich ist
  • dies gilt auch für Flächen, bei denen Schmelzwasser aufgrund des im Untergrund vorhandenen Frostes nicht versickern kann

Dank Reifendruckregelanlagen und Verschlauchungstechnik können mittlerweile auch kaum tragfähige Böden befahren werden. Dennoch kann das technisch Mögliche nicht als Legitimation für verbotene Düngung dienen, mahnt die LWK Niedersachsen.

Mit Material von Lwk Niedersachsen

Bußgelder im landwirtschaftlichen Verkehr: Hier müssen Sie aufpassen

Traktor transportiert Strohballen über Straße
Wer außerorts die Geschwindigkeit mit einem Anhänger überschreitet, muss mit Bußgeldern rechnen. Diese reichen von 15 Euro bei 10 km/h bis hin zu 600 Euro, 2 Punkten und 3 Monaten Fahrverbot bei über 60 km/h. © agrarfoto
Fendt mit Anhänger auf Dorfstraße
Innerorts kann die erhöhte Geschwindigkeit mit einem Anhänger den Fahrer von 20 Euro bei 10 km/h bis 680 Euro, 2 Punkten und 3 Monaten Fahrverbot bei über 60 km/h kosten. © Julia Eder/agrarheute
Strohballen auf Anhänger
Ladung muss verkehrssicher verstaut werden. Ist das nicht der Fall, drohen Bußgelder ab 25 Euro. Das höchste Bußgeld muss bezahlt werden, wenn die Ladung nicht vorschriftsmäßig vertaut wurde, die Verkehrssicherheit erheblich litt und es zum Unfall kam: 120 Euro und 1 Punkt. © Fotolia/Patou
Rundballen auf Anhänger
Wer zu viel auf den Anhänger packt, muss ebenfalls mit einem Bußgeld rechnen. Die Überladung kostet bei 2 bis 5 Prozent zu viel 35 Euro bis hin zu 425 Euro und 1 Punkt bei mehr als 30 % zu viel. Das sind die Regeln zu zulässiger Länge, Breite und das Gesamtgewicht von landwirtschaftlichen Gespannen. © Fotolia/chrisberic
Rundumleuchte auf Traktor
Nur Fahrzeuge mit ungewöhnlicher Breite und Länge oder mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung dürfen mit einer gelben Rundumleuchte ausgerüstet sein. Werden die Vorgaben nicht eingehalten und gibt es beispielsweise keine Genehmigung für den Einsatz der Rundumleuchte, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Die Polizei kann ein Bußgeld von 20 Euro verhängen. © Fotolia/bofotolux
Anhänger mit Mais
Anhänger sind nur zulassungsfrei bei Anbringung eines 25 km/h Schildes sowie eines Wiederholungskennzeichens einer zugelassenen Zugmaschine des Betriebes. Ist das nicht der Fall, kann das zu einem Bußgeld von 70 Euro zuzüglich Gebühren und Punkten in der Verkehrssünderdatei führen. © agrarfoto
Unterlegkeil unter Reifen
5 Euro muss man bezahlen, wenn man dabei erwischt wird, einen Anhänger ohne Unterlegkeile zu führen.  © Fotolia/animaflora
Anhängerkupplung
Auflaufbremsen müssen bei der normalen Fahrt aktiviert sein. Im Falle einer Verkehrskontrolle droht ansonsten ein mögliches Bußgeld in Höhe von 135 Euro zuzüglich Gebühren und Punkten in Flensburg. © Fotolia/mirkograul
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