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Aus der Wirtschaft

Ukraine: Exportstopp bei Weizen

© Mühlhausen/landpixel
von , am
22.10.2012

Laut aktuellen Prognosen der Analysten und Händler wird die Ukraine ab Mitte November die Ausfuhr von Weizen beenden. Die Märkte reagierten promt mit Preissteigerungen.

Die Kassapreise beim Weizen sind aktuell (mit Ausnahme von E-Weizen) deutlich besser als im vorigen Jahr. © Mühlhausen/landpixel
Offenbar hatte sowohl die starke Nachfrage vom Weltmarkt als auch das Bestreben der Händler vor einem Exportstopp soviel Ware wie möglich auszuführen, zu einem Ende der Exporte geführt. Händler erwarten, dass bis zum Erreichen des 15. Novembers noch bis zu 1,5 Millionen Tonnen Weizen das Land verlassen dürften. Als Reaktion auf die Meldungen aus der Ukraine zogen die Preise sowohl in Europa als auch in den USA kräftig an.

Ausfuhrgrenze erneut ausgeschöpft

Bis zum 15. Oktober hat die Ukraine insgesamt 6,64 Mio. t Getreide exportiert. Etwa 3,35 Mio. t des exportierten Getreides war Weizen, davon 2,68 Mio. t oder 80 Prozent Brotweizen. Gerste war für 1,34 Mio. t der Exporte verantwortlich und Mais für 1,85 Mio. t. Das ukrainische Landwirtschaftsministerium berichtete, dass bis zum 15. Oktober bereits 11,05 Mio. t Getreide für den Export über Kontrakte gebunden war. Von der kontraktierten Menge waren 5,33 Mio. t Weizen (4,45 Mio. t Brotweizen) und damit mehr als die zuletzt um 1 Mio. t auf jetzt 5 Mio. t nach oben gesetzte Ausfuhrgrenze erlaubt. Neben dem Weizen waren 1,97 Mio. t Gerste und 3,49 Mio. t Mais für den Export gebunden.

Weizenernte etwa 40 Prozent kleiner

Zuvor hatte die ukrainische Regierung mit den großen Getreidehändlern für die verschiedenen Getreidearten Obergrenzen im Export festgelegt. Nachdem die für den Export über Kontrakte gebundene Menge die vorige Obergrenze von 4 Mio. t bereits überschritten hatte, verständigte man sich auf eine neue Obergrenze von 5 Mio. t. Diese ist angesichts der abgeschlossenen Kontrakte jedoch ebenfalls ausgeschöpft. Die Regierung hatte zuvor vereinbart sich mit den Marktbeteiligten über weitere Maßnahmen zu verständigen, sollte sich zeigen, dass auch dieses Limit erreicht wird. Die diesjährige Weizenernte der Ukraine wurde zuletzt auf 13 bis 13,5 Mio. t veranschlagt, nach 22 Mio. t im letzten Jahr und einem Inlandsbedarf von rund 13 Mio. t.

Bestände kräftig abgebaut

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die ukrainischen Getreidebestände sind angesichts der schwachen Ernte und der zügigen Exporte deutlich abgeschmolzen. Das Statistikamt meldet für Anfang Oktober einen Getreidebestand von insgesamt 19,4 Mio. t. Das sind rund 11 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Weizenbestände beliefen sich zu Anfang Oktober auf 10,5 Mio. t, Gerste befand sich noch 2,9 Mio. t in den Lägern und Mais rund 4,3 Mio. t. Die ukrainischen Landwirte haben mit 10,5 Mio. t der Gesamtmenge sogar 16 Prozent kleinere Lagerbestände, davon waren 5,3 Mio. t Weizen und 2 Mio. t Gerste. Das übrige Getreide lagert bei Händlern und Verarbeitern.

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