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Ukraine: Maisexport boomt - Weizen und Gerste schwach

von , am
23.03.2012

60 Prozent der Feldfrüchte, die die Ukraine von Juli 2011 bis 22. März dieses Jahres ausgeführt hat, war Mais. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Ausfuhr damit mehr als verdreifacht.

© Schollen/landpixel.de
Die Ukraine exportierte von Juli 2011 bis 22. März diesen Jahres rund 14,6 Millionen Tonnen (Mio. t) Getreide. Davon waren lediglich 3,6 Mio. t Weizen (davon zwei Millionen Tonnen Brotweizen), 2,13 Millionen Tonnen Gerste und immerhin 8,75 Mio. t beziehungsweise fast 60 Prozent Mais, berichtete das ukrainische Landwirtschaftsministerium am Mittwoch dieser Woche.
 
Damit hat sich die Maisausfuhr im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht. Die Ausfuhr von Weizen hat im Vergleich zum schwachen Vorjahr um ein Viertel zugenommen, während der Gerstenexport um rund zwölf Prozent zurückgegangen ist. Gleichzeitig hat die Geschwindigkeit der Ausfuhren in den letzten Wochen (ähnlich wie in Russland) abgenommen.
 
Bis zum Ende des Wirtschaftsjahres soll die Ukraine nach Schätzungen des Ministeriums insgesamt 20 bis 21 Millionen Tonnen Getreide exportieren. Um diese Größenordnung noch zu erreichen, müsste das Ausfuhrvolumen jedoch höher sein. In den ersten drei Märzwochen exportierte die Ukraine 1,6 Mio. t Getreide, davon 361.000 Tonnen Weizen, 181.000 Tonnen Gerste und mehr als eine Million Tonnen Mais.

Lager sind voll

Die ukrainische Agrar-Konföderation hält ein überschreiten der 20 Millionen Tonnen Marke im Export für nicht sehr wahrscheinlich. Die vorige Exportprognose des Ministeriums hatte sogar noch bei Ausfuhren von 25 bis 26 Mio. t Getreide gelegen. Derzeit geht das Landwirtschaftsministerium davon aus, dass das Land bis zum Ende des Wirtschaftsjahres jeden Monat etwa zwei Millionen Tonnen Getreide (ganz überwiegend Mais) am Weltmarkt absetzt. Bis Ende Juli wären dies immerhin noch mehr als sechs Millionen Tonnen. In ukrainischen Lagern befanden sich Anfang März noch rund 21 Millionen Tonnen Getreide. Davon waren
  • 8,1 Millionen Tonnen Weizen,
  • 2,1 Mio. t Gerste,
  • 9,7 Mio. t Mais und
  • 0,2 Mio. Roggen. 

Weizenexport unter den Möglichkeiten

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Offensichtlich ist also ausreichend Weizen für den Export vorhanden. Entweder dieser ist (anders als der Mais) preislich nicht wettbewerbsfähig, oder man will wegen der großen Auswinterungsschäden und der um ein Viertel kleineren Weizenernte 2012 auf ausreichend große Reserven zurückgreifen. Das US-Landwirtschaftsministerium hat in seiner letzten Prognose für die Ukraine jedenfalls eine Weizenausfuhr von sechs Millionen Tonnen geschätzt und einen Maisexport von 14 Millionen Tonnen sowie eine Gerstenausfuhr von 3,4 Millionen Tonnen. Die Exportmenge bei Weizen dürfte bei der derzeitigen Ausfuhrgeschwindigkeit wohl nicht mehr erreicht werden.
 
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