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Aus der Wirtschaft

Ukraine: Weizenernte größer als gedacht

© Norbert Anspach/aboutpixel
von , am
20.08.2012

Die ukrainische Weizenernte fällt offenbar etwas größer aus als zunächst erwartet wurde. Jedoch ist die Ernte nicht so gut wie offizielle ukrainische Stellen zuletzt prognostizierten.

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel
Die Markt-Beobachter von Agritel korrigierten ihre Produktionsprognose für die ukrainische Weizenernte von 12,9 Millionen Tonnen (Mio. t) auf 14 Mio. t nach oben. Damit würde die Produktionsmenge allerdings noch immer rund 37 Prozent kleiner ausfallen als im letzten Jahr (22,3 Mio. t). Grund für die Produktionskorrektur sind die etwas über den Erwartungen liegenden Erträge und die größere Erntefläche.
 
Letztere wird mit 5,7 Mio. Hektar rund 0,5 Mio. Hektar größer eingeschätzt als man nach den starken Auswinterungsschäden des letzten Herbstes zunächst gedacht hatte. Auch die Erträge sind wegen der Niederschläge im späten Frühjahr mit 2,6 dt/ha etwa 5 bis 7 Prozent höher als in den Ursprungsprognosen angenommen, jedoch über ein Fünftel niedriger als im letzten Jahr.

Große Lagerbestände vorhanden

Trotz der deutlichen Revision der Produktionsprognose nach oben, liegt die Ernteschätzung von Agritel jedoch rund 12 % oder 1,9 Mio. t unter der offiziellen Schätzung des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums von 15,9 Mio. t. Nach Einschätzung von Agritel sind die offiziellen Prognosen zu optimistisch und basieren sowohl auf zu hohen Erträgen als auch auf zu großen Ernteflächen.
 
Allerdings liegt auch die aktuelle Einschätzung des USDA-Büros aus Kiew mit 15 Mio. t etwa 1 Mio. t über der Prognose von Agritel. Das USDA hat seine Ernteerwartung Mitte des Monates von zunächst 13 Mio. t auf 15 Mio. t nach oben korrigiert und seine Exportprognose von 4 Mio. t auf jetzt 6 Mio. t nach oben gesetzt. Damit könnte die Ukraine – wegen der noch vorhanden großen Lagerbestände – am Ende sogar mehr Weizen exportieren als im letzten Jahr (5 Mio. t). Der Inlandsbedarf der Ukraine liegt bei etwa 8,5 bis 9 Mio. t und die derzeitigen Bestände sind mit 5 Mio. t relativ hoch.

Exporte bislang eher schleppend

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Anders als in Russland verlaufen die Getreideexporte der Ukraine im ersten Monat des neuen Wirtschaftsjahres – trotz des größeren Angebots - eher schleppend. Dennoch hat die Ukraine bei der zweiten Exportauktion des größten Weizenimporteurs Ägypten (neben Russland) ebenfalls Weizen verkaufen können. Dabei war der ukrainische Weizen zwar billiger als die Ware aus Europa (und vor allem aus den USA), jedoch teurer als die Angebote aus Russland. Beobachter vor Ort berichten das ukrainische Landwirte bislang sehr zurückhaltend mit dem Verkauf von Weizen an die Exporteure und Verarbeiter sind. Offenbar hofft man auf weiter steigende Preise und ist zudem davon überzeugt, dass es keine staatliche Regulierung der Exporte geben wird.
 
 
 
 
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