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Umfrage: Glyphosat zur Sikkation - ja oder nein?

© landpixel
von , am
11.12.2013

Der Einsatz von Glyphosat kann bei schwierigen Witterungsbedinungen oder starker Verunkrautung am Ende der Vegetationsphase die Ernte sichern. Doch der Wirkstoff zur Sikkation ist umstritten.

Auf der Substitutionsliste der EU sind 77 Wirkstoffe zu finden. © agrar-press
Glyphosat ist das weltweit meist verwendete Herbizid. Bei schlechten Erntebedingungen wenden einige Landwirte den Wirkstoff am Ende der Vegetationsphase zur Beschleunigung der Abreifung ein. Ausschließlich bei Lager, erhöhter Verunkrautung und Zwiewuchs empfiehlt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen den Einsatz auf den betroffenen Flächen. Die Sikkation ist oft das letzte Mittel, um die Ernte zu retten. Bei Kartoffeln kann sie zu einer verbesserten Abreife und damit Schalenfestigkeit führen.
 
In unserer aktuellen Umfrage erheben wir, wie verbreitet der Einsatz von glyphosathaltigen Mitteln im Vorernteverfahren ist und welche Kulturen vorzugsweise gespritzt werden.
 
Setzen Sie Glyphosat zur Sikkation ein? Nehmen Sie an unserer aktuellen Umfrage auf der rechten Seite ein....

Letztes Mittel der Wahl

Die Landwirtschaftskammern und Pflanzenschutzdienste erklären die Sikkation mit Glyphosat als letztes Mittel der Wahl. Die Abreifebeschleunigung sei keine gängige Praxis und nur in Ausnahmen zu rechtfertigen. "Da zudem die bei der Sikkation eingesetzte Wirkstoffmenge pro Hektar hoch ist, werden auch bei ordnungsgemäßem Einsatz entsprechend der Zulassung Rückstände in Ernteprodukten gefunden. Diese befinden sich zwar im Bereich der zulässigen Rückstandshöchstmengen, geben aber Anlass zu Diskussionen in der Öffentlichkeit. Daher sollte mit dem Wirkstoffeinsatz so kurz vor der Ernte besonders verantwortungsvoll umgegangen werden, um unnötige, wenn auch erlaubte Rückstände im Ernteprodukt zu minimieren", erklärt der hessische Pflanzenschutzdienst auf seiner Internetseite.

Glyphosat zur Sikkation soll verboten weren

Glyphosat steht seit einigen Monaten stark in der Kritik. Aufgrund aktueller Studien schlagen Medien und Verbraucher Alarm. Demgegenüber stehen Experten, die den Einsatz von Glyphosat für unbedenklich halten.
 
 
Das Bundesamt für Risikoforschung hat kürzlich im Rahmen einer turnusmäßigen Neuprüfung des Wirkstoffs nach eigenen Aussagen über 1.000 Studien ausgewertet und kam zu dem Schluss, dass Glyphosat keinen schädlichen Einfluss auf die Tiergesundheit habe. Eine Risikobewertung bei der Anwendung zur Sikkation steht allerdings noch aus. Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes fordert die Mehrheit der Länder im Bundesrat die Glyphosatanwendung zur Ernteerleichterung zu verbieten. In Österreich gibt es bereits ein solches Verbot.
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