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Umfrage: Wenig Landwirte spritzen Glyphosat zur Sikkation

© landpixel
von , am
08.01.2014

Laut der aktuellen agrarheute-Umfrage spritzen 74 Prozent der Teilnehmer das Herbizid Glyphosat. 16 Prozent setzen es bei Bedarf zur Sikkation im Vorernteverfahren ein.

Die Bundesregierung spricht sich für eine EU-weiten Harmonisierung der Pflanzenschutzmittelzulassung aus. © Mühlhausen/landpixel
Der Wirkstoff Glyphosat zählt weltweit zum meist verwendeten Herbizid. Auch die deutschen Landwirte setzen das Mittel vorzugsweise zur Unkrautbekämpfung ein. Dies bestätigte jetzt die agrarheute.com-Umfrage, an der über 2000 Bauern teilnahmen. Insgesamt drei Viertel der Umfrageteilnehmer bzw. 74 Prozent der Landwirte gaben an, glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel zu spritzen. Davon setzen 57,9 Prozent der Umfrageteilnehmer (1187 Stimmen) Glyphosat ausschließlich zur Unkrautvernichtung ein.
 
25,9 Prozent der Landwirte (531 Stimmen) verzichten laut Umfrageergebnis komplett auf den Einsatz des Wirkstoffs Glyphosat.
 

Glyphosat zur Abreifebeschleunigung

16,3 Prozent der Landwirte (234 Stimmen) gaben an, den Wirkstoff bei schwierigen Erntebedingungen auch zur Abreifebeschleunigung am Ende der Vegetationsphase einzusetzen. Laut Umfrageergebnis setzen Landwirte das Mittel zur Sikkation am häufigsten bei Getreide ein. 8,7 Prozent spritzen es bei erschwerten Erntebedingungen zur Abreife von Futtergetreide, 3,4 Prozent wenden es bei Brotgetreide an. Die Vermutung, dass der Wirkstoff bei Kartoffeln gerne eingesetzt wird, widerlegt das Umfrageergebnis: nur ein Prozent der Umfrageteilnehmer setzen Glyphosat bei Kartoffeln ein. Bei Raps greifen 3,4 Prozent der teilgenommenen Landwirte zu einem glyphosathaltigen Mittel.

Bericht zur Neubewertung abgeschlossen

Glyphosat steht in letzter Zeit stark in der Kritik. Vor allem im Hinblick auf den Einsatz kurz vor der Ernte. Jetzt bewertete das Bundesamt für Risikoforschung den Wirkstoff neu und kam zu dem Ergebnis, dass Glyphosat nach wie vor alle Kriterien erfüllt, die das EU-Recht an Pflanzenschutzmittelwirkstoffe stellt. Diese Woche übergab das Amt ihren abschließenden Bericht zur Neuprüfung des Wirkstoffs an die EFSA.

Ergebnisse der Neubewertung

  • keine fachlich fundierten Hinweise weisen auf mutagene, krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Eigenschaften
  • Solange die Belastung unterhalb der entsprechenden Grenzwerte bleibe, bestünden keine gesundheitlichen Bedenken.
  • Glyphosat reichert sich nicht im Körper an und ist nicht als PBT-Stoff (= persistenter, bioakkumulierender und toxischer Stoff) oder als persistenter organischer Schadstoff (POP) einzustufen.
  • Der Wirkstoff neigt nicht zur Versickerung. Das Risiko von Grundwasserkontaminationen ist gering.
  • Glyphosat hat eine geringe Toxizität für Bienen; das Risiko für Bienen sei deshalb vertretbar.
  • Glyphosat ist nicht als sogenannter Substitutionskandidat einzustufen.
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