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Unkraut erkennen: So heißen die Gräser - und so sehen sie aus

© LfL/Bayer CropScience/ah
von , am
13.08.2015

Da wächst was auf dem Acker, was eigentlich nicht hingehört. Doch um welches Unkraut handelt es sich? Ein Überblick über die wichtigsten Ungräser in der Landwirtschaft.

Fuchsschwanz © LfL
Der Fuchsschwanz ist in Wintergetreide, Winterraps und auch im Mais als Unkraut relevant. Ertragsschäden im Bereich von 20 bis 30 Prozent (%) sind möglich.
 
Eine Bekämpfung kann mit folgenden Wirkstoffen erfolgen: Mesosulfuron, Pyrosulam, Propoxycarbazone, Clodinafop, Pinoxaden, Fenoxaprop, Flufenacet, Flupyrsulfuron, Isoproturon.
 
Im Keimblattstadium erkennen: Der Fuchsschwanz hat schmale, korkenzieherartig gewundene Keimblätter, die Blatthäutchen sind unregelmäßig grob gezähnt, Halmknoten rötlich, Ähre zylindrisch 4 bis 11 cm lang.

Windhalm

Windhalm © LfL
Der Windhalm schadet vor allem im Wintergetreide (Schadensschwelle 10-30 Pfl./m²). Ertragsschäden entstehen vor allem durch Lichtkonkurrenz infolge von Überwachsens des Getreides. Das Schadenspotenzial liegt bei bis zu 30 Prozent.
 
Im Keimblattstadium erkennen: Der Windhalm hat korkenzieherartig gewundene Keimblätter, die Laubblätter sind oberseits deutlich gerieft; Blatthäutchen sehr lang (3 bis 6 mm), tief gefranst, weiß bis grünlich weiß. Einblütige Ährchen in lockeren bis 30 cm großen Rispen, Grannen bis zu dreimal länger als Ähren; Pflanzen bis 125 cm hoch.

Rispengras

Ripsengras © Bayer CropSciene
Das Rispengras wächst als einjährige krautige Pflanze und bildet kleine Horste, die mit Wuchshöhen von 5 bis maximal 30 cm. Die Halme sind niederliegend und dann mit einigen Knicken an den Halmknoten aufsteigend. Die hellgrünen bis grünen Laubblätter sind 2 bis 5 mm breit und besitzen eine kurze, charakteristisch kahnförmige Spitze.
 
Rispengras-Bekämpfung: Im frühen Entwicklungsstadium auch mechanisch durch Eggen und Bodenstriegeln bekämpfbar. Direkte chemische Bekämpfung mit bodenwirksamen Breitbandherbiziden in Getreide und Blattfrüchten. Außerdem wirken im frühen Nachauflauf in Getreide Chlortoluron und Isoproturon und im späteren Nachauflauf geeignete Sulfonylharnstoffen wie Iodosulfuron und Mesosulfuron.

Gemeine Quecke

Gemeine Quecke © Bayer CropSciene
Die Gemeine Quecke ist ein ausdauerndes Süßgras, das auf allen Böden gedeiht und im Frühjahr bis zum Herbst keimt. Außer der generativen Vermehrung über die Samen bereitet die Ausdehnung der unterirdischen Rhizome besondere Probleme.
 
Neben der Konkurrenz um Platz und Wasser werden der Kulturpflanze wichtige Nährstoffe - insbesondere der Stickstoff - entzogen. Weiter scheidet die Quecke Toxine aus, die die Kulturpflanzen am Wachstum hemmen. Je nach Queckenbesatz sind so Ertragseinbußen z.B. in Getreide um 25 % möglich.
 
Die nachhaltigste Wirkung zur Queckenbekämpfung wird in der Regel mit glyphosathaltigen Mitteln erzielt. Andere Präparate zum Einsatz in den verschiedenen Kulturen haben meist nur unterdrückende Wirkung. Für einen ausreichenden Bekämpfungserfolg sollte die Quecke gleichmäßig ausgetrieben haben und mindestens 3 - 4 Blätter (15 bis 20 cm) aufweisen. Erst hierdurch kann ausreichend Wirkstoff in die Rhizome gelangen.

Efeublättriger Ehrenpreis

Efeublättriger Ehrenpreis © Bayer CropSciene
Efeublättriger Ehrenpreis ist vor allem in Wintergetreide verbreitet und zeigt hohesStickstoffaneignungsvermögen. Während Auflauf und Bestockung starke Platzkonkurrenz durch seinen teppichartiger Wuchs.
 
Im Keimblattstadium erkennen: Keimblätter kräftig und dick, oval mit deutlichem Mittelnerv und ausgezogener Spitze, deutlich gestielt, Stiel behaart. Laubblätter herzförmig bis efeuähnlich, behaart, deutlich gestielt. Stängel kriechend, stark verzweigt, bis 30 cm lang. Mehrere Jahre im Boden lebensfähig.

Klettenlabkraut

Klettenlabkraut © LfL
Das Klettenlabkraut schadet vor allem im Getreide. Schadwirkung entsteht vor allem durch das hohe Stickstoffaneignungsvermögen, Lichtkonkurrenz durch Überwachsen der Getreidebestände. Hierdurch auch Förderung des Lagerns und Behinderung der Ernte.
 
Im Keimblattstadium erkennen: Keimblätter lang-oval, derb, fleischig mit Einbuchtung an der Spitze; Laubblätter lanzettlich, rau und klebrig, zu 4 bis 8 quirlig am Stängel angeordnet; Stängel vierkantig, stark verzweigt, niederliegend, aufrechter Wuchs nur mit Stützpflanzen möglich, dann kletternd mit Klimmhaaren.
 
Wirkstoffe: Mecoprop-P, Carfentrazon, Florasulam, Fluroxypyr, Amidosulfuron, Iodosulfuron

Bingelkraut

Bingelkraut © Bayer CropSciene
Bingelkraut wird insbesondere auf Rübenflächen immer mehr zum Problem. Es keimt in der Regel im späten Frühjahr. Es kann von Mai bis Oktober in mehreren Wellen auflaufen Die kleine Rübenpflanze ist aufgrund der höheren Ansprüche an Temperatur und Nährstoffverfügbarkeit dem Bingelkraut deutlich unterlegen. Da Bingelkraut während der gesamten Wachstumszeit aufläuft, ist die Gefahr der Spätverunkrautung groß.
 
Aufgrund der langen Keimzeit Vorkommen in allen Kulturen; vor allem in Wintergetreide und Winterraps. Bekämpfung in Getreide relativ problemlos, in Raps schwer bekämpfbar, da beide Pflanzen zur Familie der Kreuzblütler gehören. Deshalb auch möglicher Überträger der Kohlhernie.
 
Im Keimblattstadium erkennen: Keimblätter sehr klein (2-3 mm), länglich-oval, kurz gestielt, dem Boden aufliegend; Laubblätter: Primärblätter meist ganzrandig, grundständige Blätter in Rosette angeordnet, länglich, buchtig gelappt oder fiederspaltig, Stängelblätter lanzettlich, meist ganzrandig, Stängel mit Öhrchen umfassend; Blüten klein, weiß, in doldenartigen Blütenständen; Samen in umgekehrt herzförmigen Schötchen.

Acker-Hellerkraut

Acker-Hellerkraut © LfL
Die Konkurrenzleistung von Acker-Hellkraut im Getreide ist relativ gering. Die Bekämpfung ist aus Fruchtfolgegründen wichtig, da das Acker-Hellerkraut in Raps schwer bekämpfbar ist.
 
Wirkstoffe: Amidosulfuron, Iodosulfuron, Carfen-trazone, Metsulfuron, Thifensulfuron, Diflufenikan, Mecoprop-P, Dichlorprop-P, Ioxynil, Tribenuron, Bentazon.
 
Im Keimblattstadium erkennen: Keimblätter rund-oval, kurz gestielt, dem Boden aufliegend; Laubblätter: Primärblätter meist ganzrandig, breit- bis langoval, als Rosette dem Boden aufliegend, Folgeblätter länglich, flachbuchtig gekerbt, mit deutlicher Nervatur, Stängel mit Öhrchen umfassend.

Acker-Stiefmütterchen

Acker-Stiefmütterchen © Bayer CropSciene
Das Acker-Stiefmütterchen gehört im Wintergetreide zu den fünf häufigsten Unkräutern. Wirkstoffe: Pendimethalin, Diflufenican, Beflubutamid, Bifenox, Metsulfuron, Iodosulfuron.
 
Im Keimblattstadium erkennen: Keimblätter breit spatelförmig, ganzrandig mit eingekerbter Spitze, kurz gestielt; Laubblätter eiförmig-länglich mit gekerbtem Rand, am Grund mit fiederspaltigen Nebenblättern; Blüten einzeln auf langen Stielen mit fünf ungleich großen Blütenblättern, meist weiß-gelblich, teilweise auch rosa bis violett gefärbt.
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