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Unterfußdüngung bei Mais, Raps und Getreide: So geht's

© Werkfoto
von , am
21.04.2015

Bodenbearbeitung, Bestellung und Unterfußüngung in einem - macht das Sinn? Der agrarmanager hat sich verschiedene Varianten näher angesehen.

Streifenlockerung, Düngen und Säen in einem Arbeitsgang: Sichtbar sind die zu den Scharen vorne verlaufenden Schläuche für Dünger und die vom hinteren Verteiler verlaufenden Schläuche zu den Säaggregaten am Focus TD. © Werkfoto
Experimentierfreudige Landwirte haben schon vor Jahren begonnen, Bodenbearbeitung und Düngung mit Geräten Marke Eigenbau zu kombinieren. Inzwischen gibt es ausgereifte Angebote der Landmaschinenindustrie. Ein Plus: Die Kombination von Arbeitsgängen spart Überfahrten. Außerdem verbessert der zwischen den Streifen unbearbeitete Boden den Erosionsschutz.
 
Bei der platzierten Düngung sind zwei Höhenbereiche zu unterscheiden. Bei der Unterfußdüngung wird Dünger in der Nähe des Saathorizontes abgelegt, bei der Unterflurdüngung dagegen deutlich tiefer: auf der Bearbeitungsebene der Schare. Im Sprachgebrauch sind mit Unterfußdüngung oft beide Varianten gemeint. Die tiefe Ablage des Düngers verringert das Risiko des Eintrocknens der Nährstoffe.

Kombination von drei Arbeitsgängen am Beispiel Focus TD von Horsch

Mit dem Focus TD von Horsch lässt sich die Aussaat mit einbeziehen. Das Gerät bearbeitet und lockert nur die Bereiche, auf denen später die Kulturpflanzen stehen sollen. TerraGrip-Zinken lockern den Boden streifenförmig und beseitigen Ernterückstände aus dem Saat- und Wurzelraum. Sie legen dabei ein Düngedepot - auf Wunsch in unterschiedlichen Tiefen - ab und steigern damit die Düngereffizienz. Im Vergleich zur herkömmlichen Düngung ist so eine deutliche Kosteneinsparung möglich.
 
Feuchter Boden wird von den Zinken in den Keimhorizont befördert. Die Hohlscheiben arbeiten dann dammbildend oder einebnend, je nach Bedarf. Der Reifenpacker verfestigt den Boden vor den Säscharen wieder.
 
Rapsaussaat
 
Wird Raps oder eine andere Kultur mit 30 cm Abstand gedrillt, arbeiten alle Elemente in einer Linie. Immer ein Schar folgt mittig einem Zinken und einem Reifen. Die Folge ist ein sicheres Schließen des Rapsbestandes. Bei einer Lockerungstiefe von 10 bis 35 cm findet der Raps ideale Bedingungen vor, da alle Verdichtungen entfernt werden und die Wurzelzone nahezu frei von Ernterückständen ist. Der Einsatz kann als Direktsaat oder nach einem oder mehreren Stoppelbearbeitungsgängen erfolgen. Die Tiefe der Düngeablage ist variabel. In sehr trockenen Jahren war beispielsweise tief abgelegter Stickstoff ein idealer Lockstoff für die Wurzeln.
 
Getreideaussaat
 
Bei der Aussaat von Getreide mit einem Reihenabstand von 15 cm arbeiten Schare und Zinken versetzt. Es folgen immer zwei Schare einem Zinken und einem Reifen. Der Zinken lockert den Boden mittig unter zwei Pflanzenreihen und platziert dort das Düngerdepot in variabler Tiefe. Die Wurzeln wachsen in den gelockerten Streifen und können das dort liegende Düngerdepot erreichen. Die Ausprägung der Dämme kann mithilfe der Scheibeneinebnung vor dem Packer gesteuert werden und, falls angestrebt, ein ebenes Saatbett erreicht werden. Die Lockerungstiefe wird der Vorfrucht angepasst.

Dünger-Coating: Elegante Lösung für Mikronährstoffe

Sollen neben dem Stickstoff noch andere Nährstoffe in geringer Konzentration ausgebracht werden, gibt es eine elegante Lösung: Die Mikronährstoffe werden pulverisiert an den Hauptdünger angelagert. Dieses "Umhüllen" von Mineraldünger wird oft als Dünger-Coating bezeichnet. Es kann in Düngermischanlagen oder mit flexiblen Mikrodosierern direkt auf landwirtschaftlichen Betrieben erfolgen. Mit dem Bestreben, einen Ladungsausgleich - Physiker sagen dazu elektrostatische Adhäsion - herzustellen, haften die feinvermahlenen Nährstoffe eigenständig auf der Oberfläche des Düngers und lösen sich erst wieder durch Feuchtigkeit.
 
Für das Verfahren eignen sich
  • Bor
  • Zink
  • Phosphat
  • Kupfer
  • Kalzium
  • Mangan und
  • Eisen
Mit dieser Methode ist eine frühe Aufnahme durch die Pflanzen und eine bessere Verteilung auf dem Feld oder im Nährstoffband einer Unterfußdüngung möglich. Durch Partikelgröße und Formulierung ist die Verfügbarkeit schon bei 300 bis 500 g Produkt je Hektar gewährleistet.

Unterfußdüngung bei Mais

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat bei der Unterfußdüngung von Mais folgendes festgestellt: Der Düngebedarf nimmt mit steigender Bodenversorgung ab. Auf leichten, humusarmen Sandböden ist der Bedarf wegen des schlechteren Nährstofftransformationsvermögens tendenziell höher als bei Böden mit
höheren Tongehalten.
 
Für eine gute Verfügbarkeit des Bodenphosphates ist es wichtig, dass die
Bodenstruktur und der pH-Wert in Ordnung sind.
 
Eine gewisse Stickstoffgabe über den Unterfußdünger ist sinnvoll, um
besonders in regenreichen Frühjahren die Stickstoffversorgung der jungen Maispflanzen zu sichern. In der Regel reichen 15 bis 30 kg N /ha. In bisherigen Versuchen haben sich keine Unterschiede in Abhängigkeit von der eingesetzten N-Form ergeben. Der über die Unterfußdüngung gegebene Stickstoff ist bei der Kalkulation des Stickstoffdüngebedarfes zu berücksichtigen.
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