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US-Bauern: Hohes Einkommen trotz Dürre

© Maksymowicz/fotolia
von , am
30.08.2012

Washington - Die Landwirte in den USA dürfen sich nach Schätzungen des US-Agrarministeriums auf eine Einkommenssteigerung freuen. Das Nettoeinkommen soll um 1,2 Prozent je Betrieb ansteigen.

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Die Landwirte in den USA werden nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums in diesem Jahr so viel verdienen wie nie zuvor, obwohl die schwerste Dürre seit mehr als 50 Jahren herrscht. Das Nettoeinkommen der amerikanischen Bauern dürfte dieses Jahr um 3,7 Prozent auf insgesamt 122,2 Milliarden Dollar ansteigen. Inflationsbereinigt wäre es der höchste Gewinn seit 1970. Noch im Februar hatte die Behörde gerade einmal 91,7 Milliarden Dollar prognostiziert. Ebenfalls um 3,7 Prozent ansteigen soll der Gesamterlös der US-Landwirte aus dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte, der für das Jahr 2012 auf 387,9 Milliarden Dollar geschätzt wird.

Ausgleichszahlungen durch Versicherungen

Das durchschnittliche Einkommen je Betrieb wird laut der US-Landwirtschaftsministerium um 1,2 Prozent auf 57.762 Dollar ansteigen. Das Gesamtnettoeinkommen der Großbetriebe um 7,9 Prozent auf 127.054 Dollar. Für einige US-Regionen sagt das Ministerium einen Einkommensanstieg von knapp 40 Prozent im Vergleich zu 2011 hervor.
 
Neben dem Preisanstieg bei den Ackerfrüchten dürften die Ausgleichszahlungen, die im Rahmen von Ernteversicherungs-Programmen ausbezahlt werden für den Einkommenszuwachs verantwortlich sein. Im Juli hatte die Branchenorganisation der Ernteversicherer bekannt gegeben, dass sie mit Auszahlungen von gut 20 Milliarden Dollar rechnet. Das wäre fast doppelt so viel wie die 10,8 Milliarden Dollar des Jahres 2011. Hinzu kommen noch die direkten staatlichen Zahlungen in Höhe von 11,1 Milliarden Dollar, die damit um 6,4 Prozent gegenüber 2011 steigen.

Neue Gefahr droht mit Strum "Isaac"

Der vorhergesagte weg von Strum "Isaac".
Derweil könnte Strum "Isaac", der auf die amerikanische zentrale Golfküste zukommt, für neue Probleme sorgen. Starker Wind und heftiger Regen könnte Mais, Reis und Sojabohnen weiter beschädigen. Hurrikan-Warnungen wurden von Morgan City, Louisiana, nach Destin, Florida ausgerufen.
 
Allerdings könnte der Sturm darüber hinaus in vielen Regionen "nützlichen" Regen bringen. Einmal im Inland angekommen, dürfte Isaac sich langsam in den von Dürre betroffenen Abschnitten bewegen. Zwar ist es noch zu früh vorherzusagen, wo oder wie viel regen im Binnenland fallen wird, aber die Feuchtigkeit könnte in den dürrebetroffenen Gebieten dazu beitragen, Weiden wieder zu beleben und die Bodenfeuchte zu verbessern. Das könnte die Aussaat des Winterweizens begünstigen. Außerhalb vom Isaac-Einflussbereich ist warmes, überwiegend trockenes Wetter für den Rest der Woche zu erwarten.
 
Noch zu erwähnen wären die Niederschläge die kürzlich über den zentralen und südlichen Plains und dem westlichen Corn Belt fielen. Obwohl der Regen für die meisten Sommerkulturen zu spät kam, wurde die Bodenfeuchte in diesem Gebiet verbessert und die Weidegenesung unterstützt.

Erntequlitäten für Mais und Soja leicht gestiegen

Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums, stiegen die Erntequalitäten für Mais und Sojabohnen leicht während der Woche zum 26. August. Mais und Sojabohnen sanken je um einen Prozentpunkt auf 52 Prozent beziehungsweise auf 38 Prozent als schlechte bis sehr schlechte Qualität eingestuft. Dagegen blieben die nationalen Weideland- und Wiesen-Bedingungen nahezu unverändert. Für die vierte Woche in Folge, mit 59 Prozent, wurden die Qualitäten als schlecht bis sehr schlecht eingestuft.

agrarheute.com unterwegs: Maisaussaat in den USA

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