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US-Umweltbehörde EPA lässt Dicamba wieder zu

Dicamba
am Mittwoch, 28.10.2020 - 12:24 (Jetzt kommentieren)

Die US-Umweltbehörde EPA hat den Herbizidwirkstoff Dicamba für fünf Jahre genehmigt. Es gelten zusätzliche Auflagen.

„Mit der heutigen Entscheidung haben Landwirte die nötige Planungssicherheit für ihre Anbausaison 2021“, verkündete EPA-Leiter Andrew Wheeler am Dienstag (27.10.). Die Zulassungen betreffen die Produkte XtendiMax und Engenia der deutschen Hersteller Bayer und BASF sowie Tavium Plus der Schweizer Syngenta.

Zusätzliche Maßnahmen für eine sichere Anwendung

Die Entscheidung der EPA ist allerdings umstritten. Im Juni war der Verkauf von Dicamba in den USA nach Klagen juristisch untersagt worden. Ein Gericht in San Francisco hatte dem Umweltamt Fehler bei der ursprünglich 2018 erteilten Zulassung attestiert und dem Wirkstoff die Registrierung entzogen.

EPA-Chef Wheeler betonte, dass die nun erteilte Genehmigung mit neuen Kontrollmaßnahmen einhergehe, die eine sichere und umweltschonende Anwendung der Produkte gewährleisten sollen. Dabei geht es vor allem um Maßnahmen zur Verringerung der Abdrift. Laut Angaben von Bayer wird die Produktkennzeichnung vereinfacht, um den Landwirten eine bessere Übersicht über die korrekte Anwendung zu geben 

Abdriftschäden lösten in den USA Schadenersatzprozesse aus

Dicamba sorgt schon lange für Aufregung in der Landwirtschaft. Dass Mittel mit dem Wirkstoff auf benachbarte Felder wehen und die Ernte dort beschädigen, führt seit Jahren zu erbitterten Fehden zwischen US-Farmern. Die Hersteller Bayer und BASF wurden in den USA gerichtlich zu Schadenersatz in Millionenhöhe verurteilt.

In Deutschland ist der Wirkstoff Dicamba in diversen Maisherbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter enthalten, beispielsweise in Arrat, Banvel 480 S, Dicamba-Flüssig, Mais-Banvel WG, Task, Cirontil.

Mit Material von dpa, Bayer

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