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USA: Maisanbau auf Rekordniveau erwartet

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von , am
15.02.2012

Verschiedene Analysten und eine Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums kommen zu dem selben Schluss: In der neuen Saison werden die wichtigsten Ackerkulturen auf erheblich mehr Fläche angebaut.

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Veränderungen beim US-Anbau sind von beträchtlicher Bedeutung für den Weltmarkt, denn das Land ist der größte Exporteur von Mais und Weizen und auch bei Soja. Immerhin beträgt der US-Anteil am Welthandel in diesem Jahr bei Weizen etwa 18 Prozent, bei Mais 45 Prozent (%) und bei Sojabohnen 38 %.

Größte Maisfläche seit fast 70 Jahren

Eine kräftige Anbauexpansion planen die US-Farmer im kommenden Frühjahr beim Mais. Bisherige Schätzungen gehen von einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 2,3 % auf 94 Millionen Acres, beziehungsweise rund 38 Millionen Hektar (Mio ha) aus. Dies wäre die größte Mais-Anbaufläche seit dem zweiten Weltkrieg.
 
Dabei geht die Anbauausweitung zumindest kurzfristig zu Lasten von Soja, der wirtschaftlich in diesem Jahr nicht so attraktiv ist wie Mais. Ursache für die hohe Wettbewerbsfähigkeit des Mais sind neben der robusten Nachfrage der Ethanolindustrie auch die sehr guten Exportmöglichkeiten. In diesem Jahr dürfte etwa 35 % der Erntemenge für die Herstellung von Ethanol verbraucht werden und rund 13 % des US-Mais fließen auf dem Weltmarkt.

Weizenanbau wächst um fast vier Prozent

Bei Weizen rechnet das USDA in seiner Prognose für 2012/13 mit einer Gesamtanbaufläche von 56,5 Mio. Arces oder 22,9 Mio. ha. Im Vergleich zum Vorjahr wäre dies eine Flächenausweitung von 3,9 %. Auf einer ähnlich großen Fläche haben die US-Farmer zuletzt 2008 und 1998 Weizen angebaut.
 
Allein bei Winterweizen nimmt die Anbaufläche in diesem Jahr nach den Daten des nationalen Statistik Service (NASS) um 3,2 % auf 41,9 Mio. Acres bzw. 16,98 Mio. ha zu. Private US-Analysten halten wegen der hohen Preise sogar eine Ausweitung der Anbaufläche (einschließlich Sommerweizen) um 5,2 % auf 57,2 Mio. Acres bzw. 23,2 Mio. ha für möglich. Fast 45 % des der US-Weizenproduktion werden exportiert.

2012/13: Mehr Weizenanbau erwartet
 

Sojafläche geht etwas zurück

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Von den wichtigsten Ackerkulturen könnte Soja im kommenden Wirtschaftsjahr die einzige mit einem Flächenrückgang sein. Das USDA erwartet eine Einschränkung des Anbaus um gut ein Prozent auf 74 Mio. Acres bzw. 29,9 Mio. ha. Im Vergleich zu 2010 wäre dies sogar ein Rückgang von über drei Prozent. Private Analysten hatten zuvor allerdings eine im Vorjahresvergleich fast gleichgroße Anbaufläche von 75,3 Mio. Acres bzw. 30,5 Mio. ha geschätzt.
 
Ursache für den erwarteten Flächenrückgang ist die im Vergleich höhere Wirtschaftlichkeit beim Mais. In diesem Jahr werden rund 45 % der Sojabohnen exportiert, größter Abnehmer ist China.
 
Rückläufige Preise erwartet
 
Bei den Preisen erwartet das USDA für das kommende Wirtschaftsjahr wegen des größeren (globalen) Angebotes einen Rückgang. Dieser könnte beim Mais etwa 25 Prozent betragen, bei Weizen 20 Prozent und bei Soja 13 Prozent. Bei den übrigen wichtigen Ackerkulturen (Major Crops) rechnet das USDA bei
  • Gerste (+ 23 %),
  • Reis (+ 11 %) und
  • Sorghum (+ 9 %) ebenfalls mit einer Anbauausweitung.
Dagegen wird Fläche von Baumwolle (- 17 %) deutlich reduziert, während der Anbau von Hafer stabil bleibt.
 
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